Gute Verkaufszahlen im Juni, gleichzeitig eine Niederlage auf dem koreanischen Markt — für BYD war der erste Juli-Tag ein Tag der gemischten Signale.
Zunächst die erfreuliche Seite: Im Juni verkaufte BYD insgesamt 403.472 Fahrzeuge, ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es ist der zweite Monat in Folge mit Wachstum — nach einem Mini-Plus von 0,3 Prozent im Mai, das eine achttmonatige Verlustserie beendet hatte. Treiber ist das Exportgeschäft, das schwächere Nachfrage im heimischen chinesischen Markt mehr als ausgeglichen hat.
Südkorea setzt neue Hürden
Während die Absatzzahlen Auftrieb geben, droht in Südkorea ein spürbarer Rückschlag. Das dortige Ministerium für Klima, Energie und Umwelt hat die Anforderungen für den Zugang zur staatlichen E-Auto-Förderung neu definiert. Hersteller und Importeure müssen eine eigens entwickelte Bewertung des Ministeriums bestehen — zehn Unternehmen haben diese Hürde genommen, BYD nicht.
Das trifft den chinesischen Hersteller an einem neuralgischen Punkt. Staatliche Kaufprämien sind in vielen Märkten ein wichtiger Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit — gerade gegenüber lokalen Platzhirschen wie Hyundai oder Kia, die naturgemäß begünstigt werden. Ohne Förderung wird BYD in Südkorea strukturell teurer als die Konkurrenz. Das dürfte die Marktdurchdringung erheblich bremsen.
Rivale Leapmotor wächst deutlich schneller
Ein weiterer Wermutstropfen liefert der Blick auf die Wettbewerber. Leapmotor, der wachstumsstärkste chinesische Rivale, meldete für Juni ein Absatzplus von 95 Prozent auf knapp 93.400 Fahrzeuge. Verglichen damit wirkt BYDs Wachstum von 5,5 Prozent moderat — auch wenn das absolute Verkaufsvolumen mit mehr als 400.000 Einheiten in einer anderen Liga spielt.
Die Kombination aus nachlassender Inlandsnachfrage und gezielten Marktausschlüssen wie in Südkorea zeigt, dass BYDs Wachstumsstory zunehmend von der Qualität des Exportgeschäfts abhängt. Wie belastbar dieses Fundament ist, wird sich in den Daten der kommenden Monate abzeichnen.
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