Technische Mängel zwingen zu weltweiten Nachbesserungen
Der chinesische Automobilhersteller BYD sieht sich mit neuen Qualitätsmängeln und umfangreichen Serviceaktionen konfrontiert. Das Unternehmen ruft 183.211 Fahrzeuge wegen eines Produktionsfehlers am Bremspedal zurück.
Bei den betroffenen Wagen kann ein Anschlagteil reißen und sich lösen. In der Folge drohen die Bremsleuchten dauerhaft zu leuchten. Die Reparatur erfolgt über autorisierte Servicestellen durch einen kostenlosen Austausch der fehlerhaften Komponenten.
Die Rückrufwelle fällt in eine Phase spürbar strengerer behördlicher Aufsicht im Heimatmarkt. Chinesische Behörden starteten Ende August eine einjährige Sicherheitsprüfung für vernetzte Fahrzeuge und Elektroautos. Dabei verdoppelten die Aufseher die vorgeschriebenen Mindest-Testdistanzen von 15.000 auf 30.000 Kilometer. Die schärferen Vorgaben erhöhen den Qualitäts- und Prüfdruck auf die heimischen Hersteller deutlich.
Shark 6 verliert in Australien das Reserverad
Parallel zu den Aktionen im Heimatland muss BYD auch im Ausland zahlreiche Fahrzeuge in die Werkstätten beordern. In Australien betrifft ein Sicherheitsrückruf sämtliche 32.009 bislang ausgelieferten Exemplare des Pickups Shark 6. Bei dem Modell kann ein unzureichend montiertes oder verschlissenes Halteseil dazu führen, dass sich das Reserverad während der Fahrt löst. Der Defekt betrifft die Ausführungen Premium, Performance und Dynamic gleichermaßen.
Die notwendige Überprüfung und Nachrüstung in den Werkstätten nimmt laut Herstellerangaben rund 30 Minuten in Anspruch. Für das Unternehmen ist es nicht der erste Vorfall dieser Art im australischen Markt. Bereits im Jahr 2022 musste der Konzern das Modell Atto 3 wegen Mängeln an der Kindersitz-Verankerung nachbessern.
Rabattschlacht im Ausland sorgt für Diskussionen
Gleichzeitig gerät die Preisgestaltung des Autobauers auf den internationalen Märkten unter Beobachtung. In Australien senkte BYD den Preis für das Modell Atto 1 zuletzt um fast 7.000 Australische Dollar auf 19.900 Dollar.
Stephen Collins, COO von BYD in Australien, wies Spekulationen über einen Preiskrieg zurück und bezeichnete den Schritt als Teil einer zeitlich befristeten Verkaufskampagne. Die Führung in Peking mahnte die heimischen Autobauer zuletzt davor, Bestände mit aggressiven Preisnachlässen im Ausland abzustoßen.
Ungeachtet der aktuellen Rückrufe treibt das Unternehmen die Expansion voran. Am 16. September stellte die konzerneigene Premiummarke Denza ihr Modell Z9GT in Thailand vor. An den Finanzmärkten sorgten die technischen Rückschläge dennoch für Zurückhaltung. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 9,00 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich das Kursminus damit auf 16 Prozent.
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