Das US-Verteidigungsministerium setzt BYD auf eine schwarze Liste für angebliche Militärunternehmen. Der chinesische Autobauer wehrt sich nun vehement gegen diesen Schritt. Vizepräsidentin Stella Li kündigt rechtliche Schritte an. An der Börse sorgt der Konflikt für spürbare Verunsicherung.
Die sogenannte Section-1260H-Liste umfasst mittlerweile 188 chinesische Konzerne. Das Pentagon wirft ihnen Verbindungen zur militärischen Modernisierung Chinas vor. Ab Juni 2027 verbietet die US-Regierung dem Verteidigungsministerium jegliche Beschaffung bei diesen Firmen. BYD betreibt ein Werk für Elektrobusse in Kalifornien und betont seinen rein zivilen Charakter.
Die Aktie leidet unter den geopolitischen Spannungen. Mit einem aktuellen Kurs von 9,57 Euro notiert das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief. Auf Jahressicht steht ein Minus von gut 12 Prozent zu Buche.
Plan B für Europa
Parallel zu den US-Problemen passt BYD seine europäische Produktionsstrategie an. Der Start des ersten ungarischen Pkw-Werks in Szeged verschiebt sich. Die Bänder rollen dort erst im vierten Quartal 2026 an. Das entspricht einer Verzögerung von rund einem Jahr.
Ein geplantes Milliardenprojekt in der Türkei liegt derweil auf Eis. Vizepräsidentin Li setzt die Priorität klar auf Ungarn. Als zweiten Schritt sucht der Konzern nach einer bestehenden Fabrik in Südeuropa. Dieser Ansatz soll die Produktion beschleunigen. Das Ziel: drohende EU-Zölle auf chinesische Elektroautos elegant umgehen.
Der europäische Absatz wächst rasant. Im laufenden Jahr verkaufte BYD hier bereits über 100.000 Fahrzeuge. Um die Expansion abzusichern, investiert das Management massiv in ein eigenes Schnellladenetz. Bis 2027 sollen europaweit 3.000 Stationen entstehen.
Dividende und globale Ambitionen
Auf der jüngsten Hauptversammlung stimmten die Aktionäre allen Beschlüssen zu. Sie erhalten eine Bardividende von 3,58 Renminbi je zehn Aktien für das abgelaufene Geschäftsjahr. Trotz des jüngsten Kursrückgangs gibt sich Chairman Wang Chuanfu kämpferisch. Er will BYD in den kommenden Jahren zum weltgrößten Autobauer nach Volumen machen.
Die operativen Zahlen stützen diese Ambition. Im vergangenen Monat lieferte der Konzern weltweit rund 383.000 Fahrzeuge aus. Besonders das Auslandsgeschäft treibt das Wachstum massiv an. Für das laufende Jahr peilt das Management nun mehr als 1,6 Millionen exportierte Autos an.
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