Der chinesische Elektroauto-Riese BYD treibt seine Europa-Pläne aggressiv voran. Eine Abkürzung in den französischen Markt ist nun vorerst versperrt. Zweimal versuchte der Konzern, sich bei Renault einzukaufen. Beide Male scheiterte das Vorhaben am Veto aus Paris.
Ein erster Vorstoß fand im Jahr 2024 statt. Im Herbst 2025 folgte ein zweiter Versuch. Der vorgeschlagene Deal war ambitioniert. Renault hätte Zugang zu BYDs Batterie-Technologie erhalten. Im Gegenzug wollte der chinesische Hersteller die französischen Produktionsstätten nutzen.
BYD strebte dabei keine einfache Partnerschaft an. Der Konzern wollte die Kontrolle übernehmen. Für Renault war dies inakzeptabel. Die Franzosen wollen ihren Heimatmarkt selbst dominieren. Stattdessen vertiefte Renault unter CEO Luca de Meo die Bande zu Geely. Der BYD-Konkurrent sicherte sich bereits Anteile an Renault-Töchtern in Korea und Brasilien.
Plan B in Europa
Nach der Renault-Absage sucht BYD eigene Produktionsstandorte in Westeuropa. Das Management evaluiert aktuell bestehende Werke in Spanien und Frankreich. Zwei Teams prüfen laut Europa-Berater Alfredo Altavilla derzeit konkrete Optionen vor Ort. Eine Entscheidung steht offenbar kurz bevor.
Es wäre bereits das zweite Pkw-Werk der Chinesen auf dem Kontinent. Im ungarischen Szeged läuft der Aufbau auf Hochtouren. Die Massenproduktion startet dort voraussichtlich im vierten Quartal 2026. Der Zeitdruck ist enorm. Im vergangenen Jahr kletterte der Europa-Absatz auf knapp 188.000 Fahrzeuge. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres kamen bereits über 100.000 Autos hinzu.
Aktie im Leerlauf
Am Aktienmarkt sorgte das geplatzte Geschäft für unterschiedliche Reaktionen. Die Renault-Papiere legten nach Bekanntwerden der gescheiterten Gespräche leicht zu. Die BYD-Aktie notiert am Freitag bei 9,30 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf gut 15 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten verzeichnet der Titel ein Minus von 29 Prozent.
Die technische Lage präsentiert sich neutral. Der Kurs verharrt deutlich unter der 200-Tage-Linie von 10,71 Euro. Die weitere Entwicklung hängt nun stark an der europäischen Expansion. Sichert sich BYD in den kommenden Wochen ein neues Werk, dürfte dies den Kursverlauf stärker prägen als die gescheiterte Renault-Beteiligung. Eine eigene Fabrik ist der direkteste Weg, um die schärferen EU-Regeln für lokale Produktion zu erfüllen.
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