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BYD Aktie: Macquarie sieht Einstiegschance

Macquarie-Analysten sehen in der aktuellen BYD-Schwäche eine Kaufgelegenheit, gestützt auf starkes Exportwachstum trotz schwächelndem Heimatmarkt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Macquarie rät zum Einstieg bei BYD
  • Exportgeschäft wächst rasant
  • Heimatmarktanteil deutlich gesunken
  • Kursziel leicht reduziert

BYD-Aktien verlieren seit Monaten an Boden, doch ausgerechnet jetzt wagt sich Macquarie mit einer bullischen These vor. Der Analyst sieht in der jüngsten Schwäche eine Wiedereinstiegschance für langfristig orientierte Anleger. Die Rechnung dahinter: Der heimische Markt bricht ein, das Auslandsgeschäft explodiert.

Die in Hongkong gelisteten H-Aktien des chinesischen Autobauers notieren aktuell bei 9,32 Euro. Das sind 0,53 Prozent weniger als am Vortag, als der Kurs noch bei 9,37 Euro lag. Seit dem Jahreshoch Mitte April hat die Aktie rund 26 Prozent verloren.

Kursziel gesenkt, Einstufung bleibt

Macquarie hat sein Zwölfmonats-Kursziel für BYD um 4 Prozent auf 113 Hongkong-Dollar gesenkt. Die Einstufung bleibt trotzdem bei „Outperform“. Diese Kombination sendet ein Signal: Die Bank hält die bekannten Risiken – Wettbewerbsdruck, schwächere Nachfrage, geopolitische Spannungen – größtenteils für eingepreist.

Die Bewertung stützt diese These. BYD wird derzeit mit dem 15-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, dem niedrigsten Niveau der vergangenen zehn Jahre.

Heimatmarkt bricht ein, Export legt zu

Der eigentliche Kern der Analyse liegt im Spannungsfeld zwischen Chinas Binnenmarkt und dem internationalen Geschäft. BYDs Marktanteil in China ist von 37 Prozent im Februar 2025 auf 18 Prozent im Januar 2026 gefallen. Ein dramatischer Einbruch auf dem wichtigsten Heimatmarkt des Konzerns.

Macquarie erwartet dennoch eine Stabilisierung bei rund 25 Prozent für das Gesamtjahr. Neue Modelle und die Blade-2.0-Batterietechnologie sollen dabei helfen, ebenso ein robuster Auftragsbestand. Das Auslandsgeschäft übernimmt bereits jetzt die tragende Rolle: Im ersten Halbjahr 2026 stammten 44 Prozent der verkauften Einheiten aus dem Export, nach 23 Prozent im gesamten Jahr 2025.

BYD baut zudem lokale Fertigungen in Thailand, Brasilien, Indonesien und Ungarn auf. Macquarie wertet das als gezielten Schritt, um Importbarrieren zu umgehen. Die Skaleneffekte und die vertikale Integration des Konzerns sollen dabei den Kostenvorteil gegenüber der Konkurrenz sichern – unterstützt von zuletzt gesunkenen Rohstoffkosten, die die Margen stützen.

Als mögliche Kurstreiber nennt die Bank die Entwicklungen nach der Auto-Show in Peking, weiteres Auslandswachstum sowie stärkere Gewinnbeiträge aus dem Energiespeichergeschäft.

Verkaufszahlen untermauern die Export-Story

Aktuelle Absatzzahlen stützen das Bild eines starken Auslandsgeschäfts. BYD verkaufte im Juni 6.265 Fahrzeuge in Deutschland – ein neuer Monatsrekord im größten europäischen Automarkt. Im ersten Halbjahr kamen so 26.264 Einheiten zusammen. Der chinesische Hersteller zählte damit zu den am stärksten wachsenden Automarken in Deutschland, getragen von starker Nachfrage nach Elektroautos.

Auch global zieht das Geschäft an. BYD verkaufte im Juni weltweit 403.472 New-Energy-Fahrzeuge, ein Plus von 5,5 Prozent im Jahresvergleich. Es ist der zweite Monat in Folge mit Wachstum, nach acht Monaten rückläufiger Zahlen. Die Auslandsverkäufe erreichten mit 175.349 Einheiten einen neuen Rekordwert – ein Sprung von 94,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Charttechnik zeigt anhaltenden Abwärtstrend

Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,80 Euro aus dem Juli 2025 bleibt die Aktie weit entfernt. Aktuell liegt sie rund 37 Prozent darunter. Am 30. Juni 2026 markierte der Titel bei 8,03 Euro ein neues Jahrestief, von dem sich der Kurs seither um etwa 16 Prozent erholt hat.

Der Titel notiert weiterhin unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 9,88 Euro und auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,74 Euro. Der Abwärtstrend hält also an, trotz der jüngsten Erholung vom Tief. Der RSI von 51,5 zeigt einen unentschiedenen Markt, weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 40 Prozent deutet darauf hin, dass heftige Kursausschläge in beide Richtungen wahrscheinlich bleiben.

Die entscheidende Frage für die kommenden Monate: Kann das Exportgeschäft die Erosion im Heimatmarkt schnell genug ausgleichen, um die Margen zu stabilisieren? Macquaries These steht und fällt mit dieser Balance. Weitere monatliche Auslieferungszahlen und die nächsten Quartalszahlen werden in den kommenden Wochen zeigen, ob die Rechnung aufgeht.

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