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BYD Aktie: Jefferies sieht Gewinnschwelle näher

BYD verringerte den Verlust je China-Fahrzeug im zweiten Quartal deutlich. Der Nettogewinn stieg, während das Halbjahr rückläufig blieb.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Verlust je Auto deutlich reduziert
  • Nettogewinn im zweiten Quartal gestiegen
  • Halbjahresgewinn weiterhin unter Vorjahr
  • Neue BYD-Modelle kommen auf den Markt

Der Verlust pro verkauftem Fahrzeug im chinesischen Heimatmarkt ist bei BYD spürbar geschrumpft. Nach Angaben von Jefferies-Analysten sank der Verlust je Fahrzeug im zweiten Quartal 2026 auf rund 2.200 Yuan, nach noch 4.500 Yuan im ersten Quartal. Die Analysten deuten das als Hinweis darauf, dass BYD im dritten Quartal die Gewinnschwelle im Heimatgeschäft erreichen könnte.

Die Aktie notiert bei 9,61 Euro und damit 3,2 Prozent im Minus, nachdem sie am Freitag noch bei 9,92 Euro geschlossen hatte. Der Kurs bewegt sich damit knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 9,67 Euro – ein Zeichen dafür, dass der jüngste Rücksetzer den mittelfristigen Trend bislang nur leicht eingetrübt hat.

Gewinnwende im zweiten Quartal

Der Blick auf die Quartalszahlen liefert den Hintergrund für die vorsichtige Zuversicht der Analysten. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Nettogewinn von BYD um 30 Prozent auf 8,24 Milliarden Yuan und übertraf damit die Konsensschätzung von 8 Milliarden Yuan. Damit endete eine Serie von fünf rückläufigen Quartalen in Folge.

Für das gesamte erste Halbjahr blieb dennoch ein Rückgang: Der Nettogewinn sank um 20,5 Prozent auf 12,32 Milliarden Yuan, weil der intensive Preiskampf im chinesischen Markt die Rekordzuwächse im Auslandsgeschäft zeitweise überlagerte.

Die Bruttomarge des Konzerns verbesserte sich im ersten Halbjahr dennoch auf 18,85 Prozent von zuvor 18,01 Prozent – getragen von margenstärkeren Exportverkäufen, während der Umsatz insgesamt um 7,1 Prozent auf 344,82 Milliarden Yuan zurückging.

Produktoffensive läuft parallel weiter

Während die Analysten über die Trendwende im Heimatmarkt diskutieren, treibt BYD sein Modellprogramm unvermindert voran. Auf der Chengdu Auto Show stellte das Unternehmen kürzlich die dritte Generation des Tang SUV vor und öffnete die Vorbestellungen für die Flaggschiff-Limousine Da Han. Am 2. September startet zudem der offizielle Verkauf des Sealion 08 SUV, dessen Vorverkauf bereits Mitte August begonnen hatte.

Auch bei der Ladeinfrastruktur kommt BYD voran, und im Bereich Elektromobilität positioniert sich der Konzern zunehmend als Anbieter mit eigener Ladelösung statt reiner Fahrzeughersteller. Zusätzlich wurde bei den chinesischen Behörden die Zulassung für den neuen vollelektrischen Denza N8 beantragt, der laut Einreichung eine Batteriekapazität von bis zu 130,15 kWh und eine Reichweite von 1.003 Kilometern nach CLTC-Norm bieten soll.

Regulatorisch zeigte sich BYD zuletzt in vergleichsweise robuster Position: Bei einem umfangreichen Rückruf wegen Türgriff-Defekten, der unter anderem Tesla, Geely und Xpeng betraf, blieb BYD explizit ausgenommen. Gleichzeitig geriet ein anderes Modell, der Qin L, wegen Unstimmigkeiten bei Radstand- und Verbrauchsangaben in den Fokus der Regulierungsbehörde SAMR.

Was die Investoren beschäftigt

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob sich die Verbesserung im Heimatmarkt im dritten Quartal fortsetzt. Die Jefferies-Einschätzung vom Freitag liefert dafür ein erstes datengestütztes Indiz, auch wenn der eigentliche Beweis erst mit den nächsten Quartalszahlen kommt.

Bis dahin dürfte der Markt weiter zwischen den positiven operativen Signalen und der Erinnerung an den historischen Ausstieg von Berkshire Hathaway aus seiner BYD-Beteiligung im vergangenen Jahr abwägen – ein Rückzug, der nach 17 Jahren Investment endgültig vollzogen wurde und bei manchen Anlegern nachwirkt.

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Diskussion zu BYD

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.