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Symbolbild, KI-generiert

BYD Aktie: Indonesien-Werk eröffnet

BYD steigert seine Exportziele, eröffnet Werke im Ausland und plant mehr Ladestationen, während der chinesische Heimatmarkt schwächelt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Exportziel 2027 über 2,5 Millionen
  • Auslandsgeschäft übertrifft Inlandsumsatz erstmals
  • Neue Fabrik in Indonesien eröffnet
  • 90.000 Schnelllader bis 2028 geplant

BYD schraubt seine internationalen Ambitionen weiter nach oben. Der chinesische Autobauer strebt für 2027 einen Auslandsabsatz von mehr als 2,5 Millionen Fahrzeugen an, wie die Deutsche Bank und Citigroup nach einem Treffen mit dem Management berichten. Bereits für das laufende Jahr hebt BYD sein Exportziel auf 1,9 bis 2 Millionen Fahrzeuge an – im März hatte das Unternehmen noch 1,5 Millionen angepeilt.

Die Aktie notierte zuletzt bei 9,21 Euro und büßte am Vortag 1,7 Prozent ein. Über die vergangenen 30 Handelstage summieren sich die Verluste auf 9,6 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 14 Prozent zu Buche. Der Titel bewegt sich damit rund ein Viertel unter seinem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, das er Anfang Oktober markiert hatte.

Export als Wachstumsmotor, Inlandsgeschäft schwächelt

Die Zahlen zeigen eine klare Verschiebung: Im August meldete BYD mit 189.466 exportierten Fahrzeugen einen Rekord. Im ersten Halbjahr erwirtschaftete das Auslandsgeschäft einen Umsatz von 181,3 Milliarden Yuan und übertraf damit erstmals den Inlandsumsatz von 163,2 Milliarden Yuan. Pro im Ausland verkauftem Fahrzeug verdient BYD den Angaben zufolge rund 20.000 Yuan – deutlich mehr als im margenschwachen Heimatmarkt.

Dort kämpft der Konzern mit Gegenwind: Im August fielen die Inlandsverkäufe um 24 Prozent auf 1,54 Millionen Fahrzeuge, während die Exporte um 78 Prozent auf 888.000 Einheiten zulegten.

Immerhin gewinnt BYD in China selbst wieder Marktanteile zurück – von 8 Prozent zu Jahresbeginn auf mittlerweile 18 Prozent im Juli. Das intern gesetzte Ziel liegt bei 25 Prozent.

Schiffsraum statt Fabrikkapazität als Flaschenhals

Nicht die Produktion, sondern die Logistik bremst das Wachstum. Laut den Analysten liegt der eigentliche Engpass bei verfügbarem Schiffsraum, nicht bei den Werkskapazitäten. BYD reagiert darauf mit einer Strategie der lokalen Fertigung: In Indonesien hat der Konzern am Donnerstag vergangener Woche sein drittes Werk in Südostasien eröffnet, nach Standorten in Thailand und Kambodscha.

Die neue Fabrik im Industriepark Subang Smartpolitan in West Java verfügt über eine Kapazität von 150.000 Einheiten pro Jahr und beschäftigt aktuell mehr als 5.000 Mitarbeiter, mit Potenzial für über 20.000. Produziert werden zunächst der Plug-in-Hybrid M6 DM sowie der Kleinwagen Atto 1.

Weitere lokale Standorte sollen folgen: Brasilien bietet künftig eine Kapazität von 300.000 Fahrzeugen, das ungarische Werk soll im November oder Dezember die Montage aufnehmen. Ein Standort in der Türkei liegt derzeit auf Eis, dafür ist die Übernahme eines Werks von Stellantis nach Angaben der Analysten weit fortgeschritten.

Der Vorteil der lokalen Fertigung liegt auf der Hand: Sie erspart BYD Zollkosten von mehr als 40.000 Yuan pro Fahrzeug – angesichts eines EU-Zolls von 27 Prozent und eines brasilianischen Zolls von 34 Prozent ein erheblicher Faktor.

Ladeinfrastruktur als zusätzlicher Hebel

Parallel baut BYD seine Ladeinfrastruktur aus. Bis 2028 sollen weltweit 90.000 Schnellladestationen entstehen, davon 20.000 bereits bis Ende dieses Jahres. Das ultraschnelle Flash-Charging-System verzeichnet bereits 250.000 Bestellungen, wobei Engpässe bei der zweiten Generation der Blade-Batterie eine Lösung erst für das erste Quartal 2027 erwarten lassen.

Für Anleger bleibt die Gemengelage zweischneidig: Während das Auslandsgeschäft mit hohen Margen und ambitionierten Zielen überzeugt, drückt die Schwäche im Heimatmarkt weiter auf die Kursentwicklung. Der relative Stärke-Index von 35,1 signalisiert, dass der Titel technisch überverkauft ist, während er zugleich fast 6 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt notiert.

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Diskussion zu BYD

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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