BYD dringt in ein völlig neues Geschäftsfeld vor: Der chinesische Autobauer will im August einen humanoiden Roboter vorstellen. Das berichtete die China Securities Journal unter Berufung auf Unternehmensangaben. Die Präsentation soll in den sogenannten „Di Space“-Erlebniszentren stattfinden, über die BYD seine Fahrzeuge sonst dem Publikum vorführt.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der mehrere chinesische Technologie- und Autokonzerne verstärkt in Robotik investieren. Für BYD wäre es eine deutliche Erweiterung über das Kerngeschäft mit Elektrofahrzeugen und Batterien hinaus. Details zu Funktionsumfang, Einsatzzweck oder Zeitplan für eine mögliche Serienfertigung nannte das Unternehmen bislang nicht.
Absatzzahlen stützen operatives Geschäft
Während die Robotik-Ambitionen noch vage bleiben, liefert das Kerngeschäft solide Zahlen. Im Juli verkaufte BYD nach eigenen Angaben 419.211 New Energy Vehicles im Großhandel, ein Plus von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und bereits der dritte Monat in Folge mit Wachstum.
Besonders auffällig: Die Auslandsauslieferungen von Pkw und Pickups erreichten mit 179.841 Einheiten einen Rekordwert, ein Sprung von 124,3 Prozent im Jahresvergleich.
Nach 1,81 Millionen verkauften Fahrzeugen im ersten Halbjahr muss BYD für den Rest des Jahres im Schnitt 530.000 Einheiten monatlich absetzen, um zumindest die untere Marke des Jahresziels von 5 bis 5,5 Millionen Fahrzeugen zu erreichen. Die Exportstärke dürfte dabei helfen, den chinesischen Heimatmarkt zu entlasten, auf dem der Wettbewerbsdruck hoch bleibt.
Neue Modelle sollen Wachstum absichern
Parallel zur Diversifizierung ins Robotik-Segment treibt BYD sein Modellportfolio weiter voran. Die Tochtermarke Denza startete den Vorverkauf der Z9S, einer Mittelklasse- bis Oberklasse-Limousine mit drei Ausstattungsvarianten zwischen 319.800 und 389.800 Yuan.
Das Fahrzeug soll laut Unternehmensangaben mit 1.100 Kilometern nach dem chinesischen CLTC-Zyklus die höchste Reichweite eines in Serie gefertigten reinen Elektrofahrzeugs bieten. Serienmäßig verbaut ist die zweite Generation der Blade Battery sowie das Assistenzsystem „God’s Eye 5.0″. Eine Schnellladefunktion soll eine Ladung von 10 auf 70 Prozent in fünf Minuten ermöglichen.
In Japan brachte BYD zudem den vollelektrischen Kleinstwagen Racco auf den Markt, der nach Abzug staatlicher Förderung unter 2 Millionen Yen kostet und mit bis zu 320 Kilometern Reichweite nach WLTC-Norm als erstes batterieelektrisches K-Car des Landes die 300-Kilometer-Marke überschreitet.
Kurs bewegt sich seitwärts
An der Börse spiegelt sich die operative Dynamik bislang nicht in einer klaren Kursbewegung wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 9,79 Euro, nahezu unverändert gegenüber dem Vormonat mit einem Plus von 0,07 Prozent über 30 Tage.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht dagegen ein Rückgang von 21 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro aus dem August 2025 fehlen der Aktie weiterhin 26 Prozent.
Die Kombination aus starken Exportzahlen, neuen Modellstarts und dem angekündigten Vorstoß in die Robotik dürfte Anleger in den kommenden Wochen genau beobachten lassen, ob sich die operative Stärke auch im Kursverlauf niederschlägt.
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