BYD hat sein kommendes Spitzenmodell erstmals öffentlich auf der Straße gezeigt. Die Elektro-Limousine Great Han, in China als DaHan bekannt, wurde diese Woche bei Testfahrten gesichtet. Der offizielle Marktstart steht kurz bevor.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 10,40 Euro, ein Minus von 0,29 Prozent zum Vortag. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 19,84 Prozent zu Buche. Der Kurs bleibt damit rund 21 Prozent unter seinem Rekordhoch vom August 2025.
Reichweite und Debüt-Termin stehen fest
BYD bestätigt für die Great Han eine Reichweite von 1.008 Kilometern pro Ladung. Das Modell ist die erste D-Segment-Flaggschiff-Limousine der Dynasty-Familie des Herstellers. Zuvor war der Wagen bereits in Zulassungsunterlagen aufgetaucht, nachdem Chinas Industrieministerium ihn in eine Charge neu genehmigter Elektrofahrzeuge aufgenommen hatte.
Die offizielle Enthüllung findet auf der Chengdu Motor Show statt, die vom 21. bis 30. August 2026 läuft. Dynasty-Chef Lu Tian kündigte für den Auftritt weitere Überraschungen an. Die Great Han folgt auf den Da Tang, das erste D-Segment-SUV der Dynasty-Reihe, das Mitte Juni in den Verkauf ging.
Mit dem neuen Modell will BYD sich stärker im Premiumsegment positionieren. Bislang punktete der Hersteller vor allem mit preisgünstigen Modellen.
Exportgeschäft trägt, Heimatmarkt schwächelt
Der Vorstoß ins Premiumsegment fällt in eine Phase, in der BYD zunehmend auf Auslandsmärkte setzt. Im Juni stiegen die weltweiten Verkäufe zum zweiten Mal in Folge, um 5,5 Prozent auf 403.472 Fahrzeuge. Die Auslandsverkäufe schossen dabei um 94,7 Prozent auf 175.349 Einheiten nach oben.
In China dagegen brachen die Verkäufe im gleichen Monat um 22 Prozent ein. Das Exportwachstum reicht aus, um diesen Rückgang mehr als auszugleichen. BYD lieferte im zweiten Quartal 557.090 batterieelektrische Fahrzeuge aus, weniger als im Vorjahreszeitraum, aber wohl genug, um Tesla als weltweit größten Anbieter reiner Elektroautos wieder zu überholen.
Der chinesische Automarkt insgesamt bleibt unter Druck. Auslaufende Subventionen, eine anhaltende Immobilienkrise und hohe Händlerbestände belasten die Nachfrage. Die China Passenger Car Association erwartet für dieses Jahr einen Rückgang der Autoverkäufe um 11 Prozent — deutlich mehr als die zuvor prognostizierte 1 Prozent.
BYD steht mit diesem Problem nicht allein da. Auch Leapmotor, Li Auto und Xiaomi geraten unter Druck, weil sich der Preiswettbewerb in der Branche verschärft und die Nachfrage insgesamt nachlässt.
Chengdu wird zum Testfall
Die Great Han soll im August auf der Chengdu Motor Show zeigen, ob BYD den Spagat zwischen Exportwachstum und schwächelndem Heimatmarkt schafft. Mit der neuen Limousine sucht der Konzern zugleich den Anschluss an das Premiumsegment, in dem bislang westliche und japanische Hersteller dominieren. Ob das China-Geschäft sich stabilisiert, dürfte sich an den Verkaufszahlen der kommenden Monate ablesen lassen.
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