BYD wächst beim Quartalsgewinn, verliert aber im chinesischen Geschäft an Absatz. Reuters berichtete am Freitag über einen Rückgang der chinesischen Quartalsverkäufe um rund 12% bei verschärftem Wettbewerb.
Die ebenfalls verfehlten Gewinnerwartungen zeigen: Der Ergebnisanstieg allein reicht nicht aus, um die Zweifel an der Geschäftsentwicklung auszuräumen. Neue Modelle sollen das Angebot erweitern, während Analysten unterschiedliche Konsequenzen aus der Entwicklung ziehen.
Gewinnanstieg reicht nicht für die Erwartungen
Der Nettogewinn im dritten Quartal 2026 erreichte 10,02 Milliarden yuan. Damit blieb BYD unter den Erwartungen der Analysten. Reuters berichtete am Freitag über die Enttäuschung nach der Ergebnisvorlage.
Die verfehlten Schätzungen sind für Anleger entscheidender als der isolierte Gewinnanstieg. Sie zeigen, dass die Erwartungen an die Ertragskraft höher lagen. Der rückläufige Absatz im Heimatmarkt verschärft diese Diskrepanz: BYD muss sich gegen intensiveren Wettbewerb behaupten und zugleich die Profitabilität seiner Verkäufe im Blick behalten.
Die genannten Gewinnschätzungen lagen zwischen 11,4 Milliarden yuan und 12,95 Milliarden yuan. Das tatsächliche Ergebnis verfehlte damit selbst das untere Ende der Spanne.
Analysten bewerten den Preisdruck unterschiedlich
Goldman Sachs bestätigte am Freitag die Kaufempfehlung für die H-Aktien. Nach Einschätzung des Hauses belasteten höhere Händlerrabatte auf ältere Modelle die durchschnittlichen Verkaufspreise. Diese Nachlässe hätten dazu beigetragen, dass Umsatz, Bruttogewinn, operatives Ergebnis und Nettogewinn hinter den Prognosen zurückblieben.
Damit richtet sich der Blick nicht nur auf die Zahl verkaufter Fahrzeuge. Ebenso wichtig ist, zu welchen Preisen BYD seine Modelle absetzen kann. Die Rabatte erklären nach Einschätzung von Goldman Sachs einen Teil der Ergebnisenttäuschung, ohne dass das Haus deshalb seine positive Anlageempfehlung aufgegeben hätte.
JPMorgan hatte die A-Aktien bereits am Dienstag von „Neutral“ auf „Untergewichten“ herabgestuft. Das Kursziel senkte das Haus von RMB 88 auf RMB 65. Zugleich reduzierte es das Ziel für die in Hongkong notierten Aktien auf HK$60.
Die beiden jüngsten Analystenaktionen ergeben somit kein einheitliches Bild. Goldman Sachs hielt nach den Zahlen an seiner Kaufempfehlung fest; JPMorgan hatte seine Einschätzung schon vor der Ergebnisvorlage verschlechtert.
Neue Modelle als nächste Bewährungsprobe
Parallel erneuert BYD sein Angebot. Am Dienstag brachte das Unternehmen in China die dritte Generation des Qin Plus DM-i auf den Markt. Medienberichten zufolge bietet der überarbeitete Plug-in-Hybrid bis zu 220 Kilometer elektrische Reichweite.
Am Freitag veröffentlichte BYD zudem offizielle Bilder und Details zur dritten Generation des Tang. Die Markteinführung des als Flaggschiff positionierten SUV mit fünf Sitzen ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Für Anleger steht damit die Verbindung zwischen Produkterneuerung und Ertragskraft im Mittelpunkt. Neue Modelle erweitern das Angebot. Entscheidend wird jedoch, ob BYD damit den Absatz im Heimatmarkt stützen kann, ohne dass Preisnachlässe erneut die Ergebnisse stärker als erwartet belasten.
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