BYD hat im zweiten Quartal erstmals seit mehr als einem Jahr wieder ein Gewinnwachstum vorgelegt. Der Nettogewinn stieg im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Yuan, während der Umsatz um 3,2 Prozent auf 194,6 Milliarden Yuan zurückging.
Reuters berichtete, der Rebound sei vor allem auf einen starken Exportschub zurückzuführen, der die schwache Nachfrage im Heimatmarkt ausgleichen konnte – auch wenn das Ergebnis unter den Erwartungen der Analysten blieb.
Für das erste Halbjahr insgesamt fällt die Bilanz gemischter aus: Der Umsatz sank um 7,13 Prozent auf 344,6 Milliarden Yuan, der Nettogewinn brach um 20,54 Prozent auf 12,32 Milliarden Yuan ein.
Der Auslandsabsatz stemmte sich gegen den heimischen Rückgang und wuchs im ersten Halbjahr um 67,8 Prozent auf rund 792.000 Fahrzeuge – ein Trend, der bereits in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen sorgte, als BYD im Ausland erstmals mehr umsetzte als im Heimatmarkt.
Bessere Marge dank Exportmix
Die zunehmende Bedeutung höherwertiger Exportverkäufe zeigt sich auch in der Profitabilität: Die Bruttomarge im ersten Halbjahr kletterte auf 18,85 Prozent nach 18,01 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der operative Cashflow legte um 17,3 Prozent auf 37,34 Milliarden Yuan zu. Diese Kennzahlen deuten darauf hin, dass BYD trotz sinkender Umsätze seine Kostenstruktur und den Absatzmix verbessern konnte.
Im Juli beschleunigte sich die Erholung weiter: Die Verkäufe stiegen um 21,76 Prozent auf 419.211 Einheiten, wobei die Auslandsverkäufe von Pkw und Pickups mit 179.841 Fahrzeugen einen Rekordwert erreichten. Im zweiten Quartal insgesamt verkaufte BYD 1.108.048 Fahrzeuge, ein Rückgang von 3,24 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber deutlich besser als im Vorquartal.
Exportziel als Wachstumstreiber
Gegenüber Analysten nannte BYD ein Exportziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen für das Gesamtjahr 2026. Damit dürfte der Anteil ausländischer Absatzmärkte weiter zunehmen – aktuell liegt der Exportanteil am Gesamtabsatz bei rund 44 Prozent. Die Expansion wird durch neue Produktionskapazitäten in Ungarn und der Türkei gestützt, mit denen BYD laut Reuters seine internationale Fertigungsbasis ausbaut.
Konzernchef Wang Chuanfu hatte bereits im Sommer vor einem harten Wettbewerbsumfeld in China gewarnt und von einer „Knockout-Phase“ gesprochen. Die aktuellen Zahlen bestätigen dieses Bild: Der Heimatmarkt bleibt unter Druck, während internationale Märkte zum entscheidenden Wachstumshebel werden.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse spiegelt sich die gemischte Gemengelage wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 9,92 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 4,2 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Papier 7,3 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 12,99 Euro, erreicht Ende August vergangenen Jahres, trennen die Aktie mittlerweile 24 Prozent.
Der Kontrast zwischen operativer Erholung und schwacher Kursentwicklung zeigt, dass Anleger dem margenstärkeren Exportgeschäft bislang skeptisch gegenüberstehen. Solange der Heimatmarkt schwächelt, dürfte das Erreichen des Exportziels von 1,5 Millionen Fahrzeugen zum entscheidenden Maßstab für die weitere Kursentwicklung werden.
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