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Symbolbild, KI-generiert

BYD Aktie: Frankreich und Spanien vor Italien

BYD bevorzugt Frankreich oder Spanien für das zweite Europawerk. Italien gilt als Plan B, die Entscheidung soll bis Jahresende fallen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Frankreich und Spanien vorn
  • Italien bleibt zweite Wahl
  • Drei Montagewerke langfristig vorgesehen
  • BYD-Aktie rund 28 Prozent tiefer

Die Standortsuche für BYDs zweites Montagewerk in Europa hat sich weiter verengt. Der Europa-Sonderberater des chinesischen Autobauers, Alfredo Altavilla, machte am Mittwoch in Turin und am Donnerstag in Venaria deutlich: Italien bleibe für die kommende Fabrik nur „Plan B“. Frankreich und Spanien seien die bevorzugten Kandidaten, eine Entscheidung soll bis Jahresende fallen.

Damit zeichnet sich ab, dass BYD sein europäisches Produktionsnetz deutlich ambitionierter ausbaut als bislang bekannt. Altavilla sprach von langfristig drei Montagewerken und einer Batteriefabrik auf dem Kontinent. Das erste Werk im ungarischen Szeged nimmt bereits die Produktion auf, der zweite Standort soll nach Möglichkeit nicht neu gebaut, sondern durch Übernahme oder Umbau bestehender Anlagen entstehen.

Gespräche mit Stellantis über dessen Werk in Grugliasco bei Turin blieben laut Altavilla ergebnislos – die Anlage sei „nicht zum Verkauf“ und stehe inzwischen komplett leer.

Zwei Regierungen im Rennen

Für Spanien spricht die dortige Marktdynamik: Batterieelektrische Fahrzeuge kamen im Juli auf einen Anteil von 9,6 Prozent an den spanischen Neuzulassungen, BYD führt dieses Segment an. Auch der Ausbau der Zulieferstruktur in der Region – etwa das große Batteriewerk von CATL und Stellantis in Zaragoza – dürfte die Standortentscheidung begünstigen.

Frankreich wiederum bietet BYD Zugang zu einem der größten EU-Automärkte. Italien scheiterte nach Altavillas Worten schlicht an mangelnder Wettbewerbsfähigkeit der Rahmenbedingungen, trotz laufender Gespräche über Fördermöglichkeiten.

Für Anleger ist die Standortfrage mehr als eine industriepolitische Randnotiz. Ein zweites und perspektivisch drittes Werk in der EU würde BYD helfen, Importzölle und Logistikkosten zu senken – ein Vorteil, der angesichts der angespannten Handelslage zwischen China und dem Westen an Gewicht gewinnt.

Parallel expandiert BYD auch außerhalb Europas: In der Demokratischen Republik Kongo, dem weltgrößten Kobaltproduzenten, sondiert das Unternehmen Projekte für Elektrobusse, Fahrzeugmontage und Batterien.

Kurs bleibt unter Druck

An der Börse hat die europäische Expansionsstrategie den Kurs bislang nicht gestützt. Die BYD-Aktie notiert aktuell bei 8,99 Euro und liegt damit rund 28 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro, das Anfang Oktober vergangenen Jahres markiert wurde.

Zwar legte das Papier heute um 2,8 Prozent zu. Die Europa-Pläne sind daher auch als Antwort auf Überkapazitäten im Heimatmarkt zu lesen. Chinas Autoindustrie verfügt über Fertigungskapazitäten von mehr als 55 Millionen Fahrzeugen pro Jahr, während der Inlandsabsatz deutlich darunter liegt.

Vor diesem Hintergrund wird der Auslandsmarkt für BYD zum strategischen Ventil – mit Europa als einem der zentralen Wachstumsfelder, auch wenn die endgültige Standortentscheidung für das zweite Werk erst zum Jahresende fällt.

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