Auf der Hauptversammlung in Shenzhen hat Vorstandschef Wang Chuanfu ein klares Ziel ausgegeben: BYD soll innerhalb von fünf Jahren zum größten Autohersteller der Welt aufsteigen — ein Angriff auf Toyota. Bemerkenswert ist das Timing: Wang sprach vor zunehmend unruhigen Aktionären, denn die Aktie hat in Hongkong innerhalb eines Jahres mehr als 36 Prozent an Wert verloren.
Exportziele und technologische Ambitionen
Hinter der Weltspitze-Ansage steckt operative Substanz. BYD will seine Auslandsexporte stärker steigern als bisher geplant und könnte das angehobene Ziel von 1,5 Millionen Fahrzeugen sogar übertreffen. Als Wachstumstreiber nennt das Unternehmen neue Batterietechnologien, Schnellladen sowie eine wachsende Datenbasis für autonomes Fahren.
Ein konkretes Beispiel für den Europa-Vorstoß liefert die Flash-Charging-Initiative. BYD plant den Aufbau eines Schnellladenetzes auf dem Kontinent — in Deutschland war bereits ein temporärer Flash Charger bei einem internen Event zu sehen. Zur Bepreisung gibt es eine erste Orientierung: Der Chef von BYD UK will unter 50 Pence pro Kilowattstunde bleiben, umgerechnet rund 58 Cent. Das wäre wettbewerbsfähig gegenüber bestehenden europäischen Schnellladeangeboten.
Ehrgeiz trifft auf schwierigen Markt
Der Kontrast bleibt auffällig. Technologisch läuft vieles für BYD — der erbitterte Preiskampf auf dem chinesischen Heimatmarkt lastet jedoch auf der Marge und damit auf der Stimmung der Investoren. Neue Exportzahlen dürften in den kommenden Wochen zum wichtigsten Kurstreiber werden: Können die Auslandsverkäufe die erhöhten Erwartungen untermauern, wäre das ein konkretes Argument gegen den anhaltenden Abwärtstrend der Aktie.
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