BYD hat binnen einer Woche gleich mehrere neue Modelle auf den Markt gebracht – ein Kontrast zur schwachen Kursentwicklung der Aktie, die aktuell bei 9,66 Euro notiert und damit 27 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro liegt. Während das operative Geschäft in die Breite wächst, bleibt die Bewertung an der Börse unter Druck.
Modellflut in China, Japan und Europa
Der chinesische Autobauer hat am Donnerstag die Sealion 08 vorbestellbar gemacht, ein SUV-Flaggschiff mit Preisen zwischen 230.000 und 280.000 Yuan. Das Modell soll mit einer „Flash Charging“-Technologie werben, die den Akku in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent laden kann, dazu kommt Hinterachslenkung.
Zeitgleich brachte BYD die Limousine Qin Max sowie mit dem Fang Cheng Bao Ti 3 ein günstiges Einstiegsmodell für rund 21.325 Dollar in den chinesischen Markt.
Bereits am Mittwoch hatte BYD den Seal 06 für das Modelljahr 2027 offiziell vorgestellt, ausgestattet mit der Blade Battery 2.0 und dem Fahrassistenzsystem „God’s Eye B“. Der Einstiegspreis liegt bei 109.900 Yuan, umgerechnet etwa 16.500 Dollar. In Tokio präsentierte das Unternehmen zudem den Elektro-Kleinwagen „RACCO“, der gezielt für den japanischen Markt entwickelt wurde – auch um hohe Zollbarrieren in den USA und der EU zu umgehen.
Parallel treibt BYD die geografische Expansion voran: Ab diesem Jahr will der Konzern den Vertrieb in Irland selbst übernehmen und die Distributionsrechte von Motor Distributors Ltd zurückholen, um ein landesweites Händlernetz aufzubauen.
Verkaufszahlen zeigen gemischtes Bild
Im Juli verkaufte BYD insgesamt 419.211 Elektrofahrzeuge, ein Plus von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um das untere Ende des Jahresziels von 5,0 bis 5,5 Millionen Fahrzeugen zu erreichen, müsste der Konzern für den Rest des Jahres im Schnitt rund 530.000 Einheiten monatlich absetzen – eine ambitionierte Marke angesichts der bisherigen Dynamik.
Auffällig ist die Verschiebung zwischen In- und Auslandsgeschäft: Die Exporte von Passagierfahrzeugen sprangen im Juli um 124,3 Prozent auf 179.841 Einheiten, während die Inlandsverkäufe in China um rund 9 Prozent auf 239.370 Fahrzeuge zurückgingen. Die Jahressumme liegt nach vorläufigen Zahlen weiterhin etwa 10,5 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die operative Dynamik bislang kaum wider. Die Aktie verlor in den vergangenen sieben Handelstagen 3,7 Prozent und liegt seit Jahresbeginn 9,7 Prozent im Minus. Auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 22 Prozent.
Der Kurs notiert mit 9,66 Euro nur leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,52 Euro, aber deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,49 Euro – ein Zeichen, dass der mittelfristige Trend weiter abwärts gerichtet ist.
Der Analyst Xiaoyi Lei von Jefferies stufte BYD nach Veröffentlichung der Juli-Zahlen mit „Hold“ ein. Zudem wurde bekannt, dass BlackRock eine Beteiligung von 2,99 Prozent an der chinesischen Notierung von BYD hält.
Blick voraus: Halbjahreszahlen und Feststoffbatterie
Für weitere Impulse könnte der 29. August sorgen, wenn BYD seine Halbjahresergebnisse für 2026 vorlegt. Zusätzlich rückt die Technologie in den Fokus: Laut Berichten aus China plant der Konzern für 2027 den Start von Kleinserienproduktion und Straßentests einer eigenen Feststoffbatterie, die eine Reichweite von über 1.000 Kilometern ermöglichen soll. Ob diese Ankündigungen reichen, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, dürfte sich frühestens mit den Halbjahreszahlen zeigen.
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