BYD zieht technologisch die Zügel an – und das ausgerechnet in einer Phase, in der der Heimatmarkt spürbar abkühlt. Nur wenige Tage vor dem Geschäftsbericht für 2025 stellte der Konzern eine neue Batteriegeneration und ein Schnellladesystem im Megawatt-Bereich vor. Die Botschaft ist klar: Reichweite und Ladezeit sollen als Kaufhürde fallen, während BYD den Absatz zunehmend ins Ausland verlagert.
Blade Battery 2.0 und Megawatt-Laden
Auf dem „Disruptive Technology“-Event in Shenzhen präsentierte BYD die „Blade Battery 2.0“. Laut Unternehmen lädt sie von 10% auf 70% in fünf Minuten und von 10% auf 97% in neun Minuten. Basis bleibt die LFP-Chemie (Lithium-Eisenphosphat). BYD spricht von 5% höherer Energiedichte gegenüber der ersten Generation, längerer Lebensdauer und strengeren Sicherheitsstandards.
Ein Beispiel liefert die batterieelektrische Version des Denza Z9GT: Sie kommt mit einem 122,5-kWh-Akku und soll nach CLTC-Testzyklus 1.036 Kilometer Reichweite schaffen.
Parallel zeigte BYD „Megawatt Flash Charging 2.0“. Das System erreicht nach Unternehmensangaben bis zu 1.500 kW Spitzenleistung pro Ladepunkt („gun“), gestützt durch eine 1.000-Volt-Architektur und Ströme bis 1.000 Ampere. Damit sollen in rund fünf Minuten etwa 400 bis 500 Kilometer Reichweite nachgeladen werden können.
Auffällig ist der Infrastruktur-Ansatz: BYD integriert Energiespeicher direkt in die Ladesäulen, also als Puffer. Dadurch soll Megawatt-Leistung selbst bei Anschluss an konventionelle 100-kW-Netzleitungen möglich sein. BYD beziffert das mögliche Einsparpotenzial bei den Installationskosten auf rund 60% gegenüber klassischer Infrastruktur. Bis Ende 2026 will BYD in China 20.000 Schnellladestationen aufbauen, mehr als 4.200 seien bereits in Betrieb.
Gegenwind in China: Absatz bricht ein
Die Technik-Offensive trifft auf einen schwierigen Heimatmarkt. Im Februar verkaufte BYD weltweit 190.190 Fahrzeuge – 41% weniger als im Vorjahresmonat. Es war der sechste Monat in Folge mit rückläufigen Verkäufen und der stärkste Rückgang seit Februar 2020.
Selbst nach Bereinigung um den Neujahrseffekt blieb der kombinierte Januar-/Februar-Absatz laut Bericht im Jahresvergleich um etwa 36% niedriger. Hinzu kommt ein politischer Faktor: Seit Jahresbeginn gilt wieder eine 5%ige Kaufsteuer auf „New Energy Vehicles“, gleichzeitig liefen frühere Förderprogramme aus. Der Text verweist zudem auf einen möglichen Vorzieheffekt, weil Käufer Anschaffungen noch vor Inkrafttreten der Steuer getätigt haben könnten.
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Auch der Wettbewerb zieht an. BYD lag 2024–2025 bei rund 26–34% Marktanteil im chinesischen NEV-Markt, doch Hersteller wie Geely und Leapmotor gewinnen laut Bericht im wichtigen Volumensegment an Boden.
Export-Pivot: Strukturwechsel mit Tempo
Während es im Inland hakt, wächst das Auslandsgeschäft deutlich. Im Februar überstiegen die Exporte erstmals in der Unternehmensgeschichte die Inlandsverkäufe. Auslands-Auslieferungen lagen bei über 100.600 Einheiten, was einem Plus von rund 50% entspricht.
Europa sticht heraus: Im Januar zog BYD bei Neuzulassungen dem Bericht zufolge an Tesla vorbei. BYD kam auf über 18.000 Neuzulassungen (nahezu dreimal so viel wie ein Jahr zuvor), während Teslas Zulassungen um 17% sanken.
Für 2026 nennt BYD das Ziel von 1,3 Millionen Exporten, rund 24% mehr als die für 2025 erwarteten knapp 1,05 Millionen. Produktionskapazitäten in Thailand, Usbekistan und Brasilien sollen perspektivisch zusammen 300.000 Fahrzeuge pro Jahr liefern. In Ungarn läuft die Anlaufphase, die Serienproduktion soll im zweiten Quartal starten. In Deutschland plant BYD bis Ende 2026 ein Händlernetz von über 350 Standorten und nennt als Zielgröße mehr als 50.000 Verkäufe pro Jahr.
Zahlen und Termin: Bericht Ende des Monats
Für Anleger rückt heute vor allem ein Datum in den Vordergrund: Am 26. März will BYD den vollständigen Geschäftsbericht für 2025 vorlegen. Der Bericht dürfte insbesondere Hinweise auf die Margenentwicklung nach der jüngsten Preispolitik sowie auf die finanzielle Tragfähigkeit der Infrastrukturinvestitionen geben.
In den ersten neun Monaten 2025 erzielte BYD einen Umsatz von rund 566 Milliarden Yuan, ein Plus von 12,75% gegenüber dem Vorjahr. Deutsche Bank erwartet laut Quelltext, dass BYD – auch gestützt durch Innovationen wie die neue Batterieplattform – 2026 auf 4,9 Millionen verkaufte Fahrzeuge kommen könnte.
Der 26. März wird damit zum Prüfstein: Dann zeigt sich, wie stark der Spagat aus sinkendem Inlandstempo, wachsendem Exportgeschäft und hohen Investitionen in Ladeinfrastruktur in den Zahlen tatsächlich abgebildet ist.
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