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BYD Aktie: Ex-Dividende am 11. Juni

BYD beschließt Dividende, während Exporte boomen und der Heimatmarkt schwächelt. Der Nettogewinn sank im letzten Geschäftsjahr um 19 Prozent.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Exportwachstum von über 80 Prozent
  • Heimatmarkt China bricht ein
  • Dividende von 0,358 Renminbi je Aktie
  • Nettogewinn schrumpft um 19 Prozent

Starke Exporte, schwacher Heimatmarkt. Bei BYD klaffen die Entwicklungen derzeit weit auseinander. Während das internationale Geschäft neue Rekorde bricht, schwächelt der Absatz in China spürbar. Aktionäre blicken nun auf den morgigen Ex-Dividenden-Tag.

Exportgeschäft federt Inlandsflaute ab

Im Mai verzeichnete der Autobauer einen minimalen Zuwachs bei den Großhandelsverkäufen. Insgesamt lieferte BYD rund 383.000 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb aus. Das entspricht einem Plus von mageren 0,26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit endet immerhin eine achtmonatige Durststrecke.

Der Retter in der Not ist das Ausland. Die internationalen Verkäufe schossen im Mai um über 80 Prozent auf rund 160.000 Einheiten nach oben. Sie machen mittlerweile 42 Prozent des gesamten Absatzes aus.

Parallel dazu bricht der Heimatmarkt ein. In China fielen die Verkäufe im Mai um 24 Prozent auf knapp 223.000 Fahrzeuge. Vize-Präsidentin Stella Li gibt sich dennoch optimistisch. Sie rechnet für den chinesischen Markt bald mit einer E-Auto-Quote von fast 80 Prozent.

Dividenden-Stichtag und Margendruck

Kürzlich machten die Aktionäre den Weg für die Gewinnausschüttung frei. Die beschlossene Schlussdividende liegt bei 0,358 Renminbi je Aktie. Bereits am morgigen 11. Juni wird das Papier ex-Dividende gehandelt.

Die Auszahlung folgt Ende Juli. Diese Ausschüttung fällt in eine Phase sinkender Profitabilität. Im abgelaufenen Geschäftsjahr rutschte der Nettogewinn um 19 Prozent ab.

Die Gewinnmarge schrumpfte auf 4,1 Prozent. Um gegenzusteuern, setzt das Management auf Software. Fahrassistenzsysteme gelten als das nächste große Schlachtfeld.

BYD lockt Kunden mit erweiterten Versicherungen für intelligentes Parken. Das Ziel: eine Nutzungsrate von 95 Prozent. Dafür präsentierte der Konzern den neuen Fahrchip Xuanji A3. Vorerst verbaut BYD aber weiterhin hauptsächlich Prozessoren von Nvidia.

Europa im Visier

Die globale Expansion bleibt der wichtigste Wachstumstreiber. In Großbritannien stieg BYD bis April zur meistverkauften E-Auto-Marke auf. Auch in Brasilien überholte der Konzern etablierte Platzhirsche wie Volkswagen.

In Europa will BYD künftig 75 Prozent seiner verkauften Autos lokal produzieren. Der Bau der Fabrik in Ungarn sorgt indes für Störgeräusche. Eine New Yorker Beobachtergruppe wirft dem Unternehmen Zwangsarbeit vor.

Das Management weist die Anschuldigungen strikt zurück. Die EU-Kommission sieht die ungarischen Behörden in der Pflicht.

Marktbeobachter wie Leon Cheng von der Beratung YCP mahnen zur Vorsicht. Die entscheidende Hürde sei nun die Verteidigung der globalen Marktanteile gegen andere chinesische Hersteller.

An der Börse überwiegt die Skepsis. Mit einem aktuellen Kurs von 9,71 Euro notiert die Aktie nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief. Auf Jahressicht steht ein Minus von rund 37 Prozent auf der Anzeigetafel.

Diskussion zu BYD

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.