Nach dem Kurseinbruch vom Vortag fängt sich BYD wieder. Die Hongkong-notierte Aktie legte am Dienstag um 2,3 Prozent auf 89,25 Hongkong-Dollar zu, nachdem sie zuvor um rund 5,5 Prozent eingebrochen war. Auslöser des Rücksetzers waren die Halbjahreszahlen: Der Nettogewinn fiel im Jahresvergleich um 20,5 Prozent, der Umsatz sank um 7,1 Prozent.
Zwei Entwicklungen stützen nun die Erholung. Peking hat ein neues Maßnahmenpaket zur Ankurbelung des Konsums vorgestellt, das explizit auch den Automobilsektor einschließt – inklusive Fortführung der Umtauschprämien und Förderung entlang der gesamten Fahrzeug-Wertschöpfungskette. Die Shanghai-notierten BYD-Aktien reagierten mit einem Plus von 0,9 Prozent, die Hongkong-Titel zogen stärker an.
Parallel dazu sorgt ein Bericht für Aufmerksamkeit, wonach BYD Interesse an der Übernahme eines stillgelegten Stellantis-Werks nahe Toronto bekundet haben soll. Das passt zur strategischen Stoßrichtung des Konzerns: Während das Inlandsgeschäft unter dem harten Preiswettbewerb leidet, gilt das Auslandsgeschäft laut den Halbjahreszahlen als klarer Lichtblick.
Bernstein bleibt bei „Outperform“, senkt aber das Ziel
Die Investmentbank Bernstein hatte bereits Mitte August ihr Kursziel für BYD von 136 auf 130 Hongkong-Dollar gesenkt, die Einstufung „Outperform“ aber bestätigt. Grund für die Kürzung ist die schwächere Nachfrage im chinesischen Heimatmarkt, die Bernstein zu niedrigeren Absatz- und Ertragsprognosen veranlasst hat.
Innerhalb der chinesischen E-Auto-Konkurrenz bleibt BYD für die Analysten dennoch der Top-Pick. Drei Faktoren stützen diese Einschätzung: ein sich stabilisierender heimischer Marktanteil, beschleunigtes internationales Wachstum und Aufwärtspotenzial im externen Batteriegeschäft, in dem BYD Zellen und Packs auch an andere Hersteller liefert.
Für Juni meldete der Konzern zudem den zweiten Monat in Folge mit steigenden Fahrzeugverkäufen – ein Anstieg um 5,5 Prozent auf gut 403.000 Einheiten.
Die aktuelle Gemengelage bleibt zweigeteilt: Auf der einen Seite belastet der Preiskampf im Heimatmarkt die Marge, auf der anderen Seite liefern Exportgeschäft und Batteriesparte Wachstumsimpulse. Ob Pekings neues Konsumpaket – das bis 2030 einen Einzelhandelsumsatz von rund 60 Billionen Yuan anpeilt – tatsächlich in höhere Fahrzeugkäufe mündet, dürfte sich erst in den kommenden Absatzzahlen zeigen.
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