BYD baut sein Europa-Geschäft massiv aus. Der chinesische Autobauer sucht bereits ein zweites Werk auf dem Kontinent. Die Börse honoriert diese Offensive allerdings nicht. Die Aktie rutscht auf ein neues Jahrestief.
Spanien im Visier
Vize-Chefin Stella Li bestätigte am Mittwoch konkrete Pläne für Südeuropa. BYD will dort eine bestehende Fabrik übernehmen. Spanien gilt als heißer Kandidat für den Standort. Das Ziel: Der Konzern will Handelsbarrieren umgehen und schneller produzieren als bei einem Neubau.
Priorität hat vorerst aber Ungarn. Dort soll die Produktion im vierten Quartal anlaufen. Damit verlagert BYD seine Strategie endgültig von reinen Importen hin zu lokaler Fertigung.
Rekord-Reichweite für Europa
Passend zur Industrie-Offensive stellte BYD am Donnerstag den Dolphin G DM-i vor. Der kompakte Plug-in-Hybrid wurde speziell für europäische Käufer entwickelt. Mit einer kombinierten Reichweite von rund 1.040 Kilometern greift das Modell etablierte Hersteller direkt an.
Händler nehmen ab diesem Sommer Bestellungen entgegen. Die ersten Auslieferungen starten im frühen Herbst. Parallel dazu rüstet BYD auch im Heimatmarkt auf. Die Tochtermarke Fang Cheng Bao bringt im dritten Quartal 2026 zwei neue Modelle mit 657 PS auf den chinesischen Markt.
Aktie am Tiefpunkt
An der Börse verpuffen diese operativen Erfolge völlig. Die BYD-Aktie notiert aktuell bei 9,46 Euro. Im Tagesverlauf testete das Papier mit 9,25 Euro sogar das 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 13 Prozent auf der Anzeigetafel.
Die technische Lage bleibt angespannt. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 32,6 Punkten. Die Aktie gilt damit als stark überverkauft.
Die Schere zwischen fundamentalem Wachstum und schwachem Aktienkurs prägt das aktuelle Bild. Eine Trendwende an der Börse hängt nun direkt an der Europa-Strategie. Liefern die Werke in Ungarn und bald in Spanien die erhofften Margen, bietet das gedrückte Kursniveau erhebliches Aufholpotenzial.
