Morgan Stanley sieht Erholungspotenzial für Chinas Automarkt. BYD-Aktionäre spüren davon bislang nichts.
Der chinesische Elektroautobauer beendete die Woche mit einem Kursverlust von gut drei Prozent auf 8,29 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast ein Viertel ihres Wertes verloren. Das 52-Wochen-Tief von 8,08 Euro liegt nur noch knapp darunter.
Morgan Stanley sieht mehr als der Markt
Am 25. Juni veröffentlichte Morgan Stanley eine Sektorstudie zum chinesischen Automarkt. Das Fazit: Die Nachfrage bleibt schwach, aber Händlergespräche und Branchendaten deuten auf eine Stabilisierung der Verkaufszahlen hin. Das Vertrauen der Investoren sei schlechter als die tatsächliche Lage. BYD und Geely nannte die Bank als gut positionierte Profiteure einer möglichen Erholung.
Für BYD-Aktionäre kam diese vorsichtig konstruktive Botschaft zur Unzeit. Der Kurs notiert unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 10,27 Euro, des 100-Tage-Durchschnitts und des 200-Tage-Durchschnitts von 10,84 Euro. Der RSI liegt bei 20,6 — ein Niveau, das technisch als stark überverkauft gilt.
Verkaufsdaten bleiben belastet
Die eigenen Zahlen von BYD liefern den Kontext. Im Mai 2026 verkaufte der Konzern rund 383.000 Elektrofahrzeuge — kaum mehr als im Mai 2025. Im Jahresverlauf summieren sich die Verkäufe auf knapp 1,4 Millionen Einheiten, ein Rückgang von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Einen Lichtblick bieten die Exportzahlen. Im Mai lieferte BYD mehr als 160.000 Fahrzeuge ins Ausland. Das internationale Geschäft entwickelt sich zum wichtigsten Gegengewicht zur schwachen Heimnachfrage.
Dividende steht fest
Das einzige offizielle Dokument, das BYD in dieser Woche an der Hongkonger Börse einreichte, war ein Formular zur Dividendenwährung. Die Schlussdividende für 2025 beträgt 0,358 Renminbi je Aktie, entsprechend rund 0,41 Hongkong-Dollar. Aktionäre erhalten die Zahlung automatisch in Hongkong-Dollar, sofern sie nicht bis zum 8. Juli 2026 aktiv Renminbi wählen.
An der Wachstumsdebatte ändert das nichts. Die Aktie wird derzeit von Nachfragedaten, Margen und der allgemeinen Stimmung gegenüber Chinas Elektroautomarkt getrieben.
Was jetzt zählt
Das Argument der Bullen ist klar: Der Markt preist bereits ein sehr negatives Szenario ein. Morgan Stanley gibt dieser These frischen Rückenwind. Allerdings zeigen BYDs eigene Jahreszahlen noch keinen Trendwechsel.
Konkrete Belege für die von Morgan Stanley beschriebene Stabilisierung könnten in den kommenden China-EV-Daten auftauchen. Solange die fehlen, bleibt der Abstand von fast 44 Prozent zum 52-Wochen-Hoch das ehrlichste Urteil des Marktes.
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