BYD hat binnen weniger Tage gleich zwei neue Modelle auf den chinesischen Markt gebracht und damit die Produktoffensive im wichtigsten Heimatmarkt weiter verschärft. Am Donnerstag stellte der Konzern den Qin Max vor, eine neue B-Segment-Limousine, die sowohl rein elektrisch als auch als Plug-in-Hybrid mit DM-i-Technik erhältlich ist.
Beide Varianten nutzen die zweite Generation der Blade Battery und verfügen über eine Schnellladefunktion. Die reine Elektroversion startet bei 109.900 Yuan, umgerechnet etwa 16.500 Dollar, und bietet nach chinesischem CLTC-Zyklus eine Reichweite von bis zu 630 Kilometern.
Parallel öffnete BYD die Vorbestellphase für den Sealion 08, das neue Flaggschiff-SUV der Ocean-Baureihe. Auch dieses Modell kommt als Elektro- und als Plug-in-Hybrid-Version, Interessenten sichern sich einen Platz mit einer rückzahlbaren Anzahlung von 2.000 Yuan.
Die Modelloffensive reiht sich ein in eine Serie jüngerer Neuvorstellungen: Erst Anfang der Woche hatte BYD den 2027er Seal 06 präsentiert, ebenfalls mit der neuen Blade-Battery-Generation und einer Ladeplattform, die in fünf Minuten von zehn auf siebzig Prozent Ladestand kommen soll.
BlackRock steigt bei chinesischer BYD-Notierung ein
Neben der Produktflut sorgte am Donnerstag eine Meldung zur Aktionärsstruktur für Aufmerksamkeit: BlackRock meldete eine Beteiligung von 2,99 Prozent an der chinesischen Notierung von BYD. Der Einstieg des weltgrößten Vermögensverwalters unterstreicht das anhaltende Interesse institutioneller Investoren am chinesischen Elektroautohersteller, auch wenn er allein noch keine unmittelbare Kursbewegung auslöste.
Die Nachricht fällt in eine Phase, in der BYD auf internationaler Bühne weiter expandiert. In Brasilien präsentierte das Unternehmen kürzlich sein erstes lokal gefertigtes Flex-Fuel-Hybridfahrzeug in São Paulo – nach einer Investition von 19,5 Millionen Dollar kann der Wagen wahlweise mit Strom, Benzin oder Ethanol betrieben werden.
In Japan meldete die BYD-Tochter zudem, dass der elektrische Kei-Car Racco innerhalb von zwei Wochen nach Marktstart bereits gut tausend Bestellungen verzeichnete, ein Zehntel des Jahresziels für 2026.
Kurs bewegt sich seitwärts, Blick richtet sich auf Halbjahreszahlen
An der Börse zeigt sich die Aktie von der Produktdichte bislang wenig beeindruckt. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 9,76 Euro, nach einem Rückgang von 2,8 Prozent auf Wochensicht. Auf Jahressicht steht ein Minus von 8,9 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro aus dem August vergangenen Jahres fehlen der Aktie rund ein Viertel des Wertes.
Bank of America hatte Anfang August ihr Kursziel für BYD auf Hongkong-Dollar 123 angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt, bezeichnete 2026 dabei aber als „Übergangsjahr“ für die Batterietechnologie des Konzerns.
Im Fokus der Anleger steht nun der 28. August: Dann soll der Vorstand die Halbjahreszahlen zum 30. Juni billigen. Angesichts der Fülle an Modellstarts und der internationalen Expansion dürften die Zahlen zeigen, ob sich die Investitionen in neue Technologien und Auslandsmärkte bereits in der Profitabilität niederschlagen.
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