BYD bringt ein kleines Cockpit-Zubehör auf den Markt. Das Gerät ist clever — ändert aber nichts an der Lage, in der sich die Aktie gerade befindet.
Der Lingdong Button: Was steckt dahinter?
Der „BYD Lingdong Button“ kostet 259 Renminbi und ist seit dem 25. Juni im offiziellen Online-Shop erhältlich. Zunächst unterstützt das Gerät den Tang, weitere Modelle sollen folgen.
Das Gadget lässt sich per Magnet oder Klebepad im Fahrzeug befestigen. Es reagiert auf Einfach-, Doppelklick und Drehbewegungen und steuert damit mehr als 40 Fahrzeugfunktionen — von der Klimaanlage über Sitzheizung bis zur Lautstärke. BYD gibt die Reaktionszeit mit maximal 30 Millisekunden an. Hinzu kommen NFC, Bluetooth mit niedrigem Energieverbrauch und eine Laufzeit von bis zu einem Jahr mit einer CR2450-Knopfzelle.
Das Ziel: weniger Tippen im Touchscreen, mehr direkte Kontrolle. In China konkurrieren Autohersteller längst nicht mehr nur über Preis und Reichweite — das Cockpit-Erlebnis ist zum eigenen Schlachtfeld geworden.
Aktie nahe am Jahrestief
Für den Kurs ändert das Zubehör wenig. Die BYD-Aktie notiert bei 8,57 Euro — nur knapp zwei Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 8,37 Euro, das erst am 23. Juni markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 22 Prozent verloren, der RSI liegt bei 24,9 und signalisiert damit eine stark überverkaufte Lage.
Der operative Hintergrund erklärt die Zurückhaltung der Anleger. Im Mai verkaufte BYD weltweit 383.453 Fahrzeuge — ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das beendete immerhin eine acht Monate andauernde Schwächephase. Die Auslandsverkäufe sprangen um gut 80 Prozent auf rund 160.000 Einheiten. Allerdings brach der Heimatmarkt um 24 Prozent ein.
Ökosystem ja, Kurstreiber nein
Dieser Kontrast ist das eigentliche Problem. Starke Exportzahlen können den Druck im chinesischen Heimatmarkt bislang nicht ausgleichen. Investoren warten auf Belege, dass BYD die Margen verteidigen und das Auslandsgeschäft in stabile Gewinne überführen kann.
Der Lingdong Button zeigt, dass BYD konsequent an der Software- und Nutzerschicht rund um seine Fahrzeuge arbeitet. Als Signal für die Richtung des Unternehmens ist das durchaus lesbar. Als Kurstreiber taugt es nicht. Die nächsten Impulse werden aus den Verkaufsdaten für Juni und dem nächsten Quartalsbericht kommen — nicht aus dem Zubehörregal.
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