BYD steckt in einer zweigeteilten Absatzlage: Während die Verkäufe in China in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 um 35 Prozent einbrachen, glich der chinesische Autobauer den Rückgang durch einen Sprung der Auslandsverkäufe um 79 Prozent im Jahresvergleich aus. Das berichtet Reuters. Brasilien und Großbritannien avancierten demnach 2026 zu den größten Einzelmärkten des Konzerns außerhalb Chinas.
Zehnter Rückgang in Folge auf dem Heimatmarkt
Der chinesische Automarkt insgesamt verzeichnete im Juli laut Reuters den zehnten Monat in Folge mit rückläufigen Verkaufszahlen. Für BYD bedeutet das einen strukturellen Gegenwind im Kerngeschäft.
Zugleich verhalfen die Rekord-Auslandslieferungen im Juli dem Konzern zum dritten Monat in Folge mit steigenden globalen Gesamtverkäufen. Die Verschiebung der Gewichte weg vom Heimatmarkt hin zum Auslandsgeschäft prägt damit zunehmend das Geschäftsmodell des Unternehmens.
Brasilien spielt dabei eine besondere Rolle. Anfang August feierte BYD dort die Premiere des Song Pro Super-Hibrido Flex Fuel, des ersten in Brasilien gefertigten Plug-in-Hybrid-Modells des Konzerns mit Flexfuel-Antrieb. Reuters zufolge kann der Wagen wahlweise mit Strom, Benzin oder Ethanol betrieben werden. Dem Marktstart ging eine zweijährige Investition von 100 Millionen Reais voraus.
Alexandre Baldy, Senior Vice President bei BYD, erklärte laut Reuters, das Projekt sei gemeinsam von Teams in Brasilien und China für den brasilianischen Markt entwickelt worden. Das Werk in Camacaon soll nach Angaben von Reuters in diesem Jahr 180.000 Fahrzeuge produzieren und als regionaler Exportstandort dienen.
Neues Modell soll Heimatmarkt stützen
Auf dem Heimatmarkt versucht BYD gegenzusteuern: Am Donnerstag brachte der Konzern offiziell den Qin Max auf den chinesischen Markt, mit Einstiegspreisen ab 99.900 Yuan und neun Varianten zwischen Plug-in-Hybrid-Technologie (DM-i) und reinem Elektroantrieb.
Das Modell verfügt über die Schnellladetechnik von BYD sowie das Fahrassistenzsystem God’s Eye B. Ob der Qin Max den anhaltenden Absatzrückgang im Inland spürbar bremsen kann, bleibt angesichts der zehn negativen Monate in Folge auf dem Gesamtmarkt fraglich.
Kurs bewegt sich seitwärts
An der Börse spiegelt sich die gespaltene Absatzentwicklung in einer verhaltenen Kursbewegung wider. Die Aktie schloss am Dienstag bei 9,80 Euro und notiert damit rund 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro, das Ende August vergangenen Jahres markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 8,5 Prozent zu Buche. Der RSI von 47,5 signalisiert eine neutrale Marktstimmung, weder überkauft noch überverkauft.
Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob die internationale Expansion die strukturelle Schwäche im Heimatmarkt langfristig kompensieren kann. Mit Camacaon als Exporthub für Lateinamerika und der wachsenden Präsenz in Großbritannien positioniert sich BYD zunehmend als globaler Anbieter, dessen Wachstum immer stärker außerhalb Chinas stattfindet.
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