Der chinesische E-Autobauer BYD schaltet einen Gang höher. In Malaysia startet das Facelift des Atto 3 – und das ausgerechnet wenige Tage vor der Hauptversammlung in Shenzhen. Die Aktie notiert indes weiter nahe ihrem Jahrestief.
Atto 3 Evo: Mehr Power, größere Batterie
Die überarbeitete Version des Kompakt-SUV ist ab sofort in Malaysia bestellbar. BYD bringt dort beide Varianten an den Start: den frontgetriebenen Ultra sowie den heckgetriebenen Evo – Letzterer ursprünglich für den europäischen Markt entwickelt.
Der Evo leistet 313 PS und beschleunigt in 5,5 Sekunden auf 100 km/h. Fast zwei Sekunden schneller als das Basismodell. Die Reichweite liegt bei bis zu 510 Kilometern (WLTP), der Akku fasst 74,8 kWh und lädt mit bis zu 220 kW – von 10 auf 80 Prozent in 25 Minuten.
Der Ultra kommt auf 204 PS, 60,48 kWh und 420 Kilometer Reichweite. Beide Versionen erhalten eine aufgewertete Ladeleistung, der Evo zudem Google-Dienste serienmäßig.
Timing mit Bedacht
Der Launch ist strategisch gewählt. Am 1. Juli tritt in Malaysia eine neue E-Auto-Regulierung in Kraft. Vollimportierte Fahrzeuge müssen künftig mindestens umgerechnet rund 300.000 RM kosten. Die aktuelle Atto-3-Charge umgeht diese Hürde noch – BYD hofft, bis zum Ausverkauf der Bestände die lokale Montage (CKD) hochgefahren zu haben.
Das verschafft dem Modell ein temporäres Preisprivileg.
Hauptversammlung und Dividende im Juni
Am 9. Juni 2026 kommt BYD in Shenzhen zur Hauptversammlung zusammen. Auf der Tagesordnung: der Jahresabschluss, der Gewinnverwendungsvorschlag und eine Dividende von 0,358 RMB je Aktie. Die Ausschüttungssumme liegt bei rund 3,3 Milliarden RMB. Ex-Dividenden-Tag ist der 11. Juni, die Zahlung soll bis Ende Juli erfolgen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei BYD?
Zudem stimmen die Aktionäre über einen Garantierahmen von bis zu 150 Milliarden RMB für Tochtergesellschaften ab – ein Signal für weiterhin expansive Finanzierungsstrategie.
Verkaufszahlen: Export zieht, Heimatmarkt schwächelt
Im Mai endete eine achtmonatige Serie rückläufiger Gesamtverkäufe. Global setzte BYD 383.453 Fahrzeuge ab – ein Plus von 0,3 Prozent zum Vorjahr. Die Erholung ist jedoch zweigeteilt.
Während die Exporte um 80,7 Prozent auf über 160.000 Einheiten zulegten, fielen die Inlandsverkäufe erneut. Der 24-prozentige Rückgang im Mai markiert den 13. Rückgangsmonat in Folge in China. Subventionskürzungen und Preiskampf belasten die Margen.
Zusätzlich bremst die Regierung weitere Preissenkungen. BYDs intelligente Fahrassistenz-Systeme verfangen in preissensitiven Kundengruppen bislang kaum.
Aktie dicht am Jahrestief
Die BYD-H-Aktie schloss am Donnerstag bei 10,07 Euro – nur 5,9 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 9,51 Euro. Seit Jahresbeginn verlor das Papier 8,1 Prozent, auf Zwölfmonatssicht liegt das Minus bei über 78 Prozent.
Die Produktoffensive und der Exportboom zeigen operativ Wirkung. Der Aktienmarkt wartet derweil auf nachhaltige Signale aus dem Heimatmarkt. Die Hauptversammlung am kommenden Dienstag dürfte Gelegenheit für eine Standortbestimmung bieten – auch zum weiteren Kurs der Preispolitik.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 5. Juni liefert die Antwort:
Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
