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BYD Aktie: Absatz sinkt 15,72 Prozent, SAIC überholt

BYD büßt im ersten Halbjahr 2026 die Führung als größter chinesischer Autobauer ein, während das Auslandsgeschäft um 70 Prozent zulegt und neue Modelle anstehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rückgang der Inlandsverkäufe um 15,7 Prozent
  • Auslandsabsatz steigt um 70 Prozent
  • Morgan Stanley erwartet Gewinnsprung im Q2
  • Neue Tang-Generation und Da Han vorgestellt

Mit 1,809 Millionen verkauften Fahrzeugen landete der Konzern hinter SAIC, das auf 2,045 Millionen Einheiten kam. Auch die Krone als absatzstärkste chinesische Eigenmarke im Retail-Geschäft ist futsch: Geely verkaufte mit 1,021 Millionen Fahrzeugen mehr als BYD. Die Gesamtverkäufe des Konzerns sanken im Halbjahresvergleich um 15,72 Prozent, wobei die etablierten Baureihen Dynasty und Ocean rund 22,5 Prozent weniger Abnehmer fanden. Grund ist unter anderem eine Kapazitätsbeschränkung bei der zweiten Generation der Blade-Batterie, die neuere Modelle ausbremst.

Auslandsgeschäft legt kräftig zu

Während der Heimatmarkt schwächelt, boomt das Auslandsgeschäft. BYD setzte im ersten Halbjahr 789.400 Fahrzeuge außerhalb Chinas ab, ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Auslandsanteil am Gesamtabsatz kletterte damit auf 43,6 Prozent. Das Unternehmen hat sein Exportziel für das laufende Jahr auf 1,5 Millionen Fahrzeuge angehoben. Brasilien bleibt mit 186.921 ausgelieferten Pkw im Zeitraum Januar bis Mai der mit Abstand wichtigste Auslandsmarkt, gefolgt von Australien, Großbritannien und Belgien. Deutschland kommt in dieser Aufstellung auf 16.342 Fahrzeuge.

Morgan Stanley erwartet Gewinnsprung im zweiten Quartal

Trotz der schwächeren Heimatzahlen bleibt Morgan Stanley für BYD optimistisch. Die Analysten bestätigten ihre Einstufung „Overweight“ für die BYD-Aktie und beließen das Kursziel für die Hongkonger Notierung bei 121 Hongkong-Dollar. Für das zweite Quartal 2026 rechnet das Analysehaus mit einem Nettogewinn von 9 Milliarden Yuan, einem Absatz von 1,10 Millionen Fahrzeugen – ein Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorquartal – sowie einem Umsatz von 217 Milliarden Yuan, ebenfalls 45 Prozent mehr als im Vorquartal. Die Bruttomarge soll bei 19 Prozent liegen, der Gewinn pro Fahrzeug bei 7.600 Yuan. Für das Gesamtjahr 2026 kalkuliert Morgan Stanley mit 4,6 Millionen verkauften Fahrzeugen, aufgeteilt in 2,8 Millionen im Inland und 1,8 Millionen im Ausland. Für das zweite Halbjahr erwarten die Analysten einen Absatz von 2,8 Millionen Einheiten, ein Zuwachs von 12 Prozent.

Neue Modelle sollen Trendwende einleiten

Parallel zur schwierigen Heimatmarktlage treibt BYD sein Produktportfolio voran. Am 17. Juli zeigte die Marke offizielle Bilder der neuen Tang-Generation, intern als 8er-Serie bezeichnet. Das große fünfsitzige Elektro-SUV misst 5.045 mal 1.980 mal 1.760 Millimeter, verfügt über einen 300-kW-Motor, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h und soll mit der zweiten Generation der Blade-Batterie sowie Schnellladetechnik eine elektrische Reichweite von über 800 Kilometern schaffen. Der Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, der Preis dürfte über dem des aktuellen Tang L liegen. Gemeinsam mit der siebensitzigen 9er-Version soll das Modell die Flaggschiff-Palette der Marke neu aufstellen.

Ebenfalls vorgestellt wurde die Limousine Da Han mit einer 102,3-kWh-LFP-Batterie, die eine CLTC-Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern ermöglichen soll. Die Hinterradantriebs-Version leistet 370 kW, die Allradvariante 570 kW; der erwartete Preis liegt bei rund 300.000 Yuan. Die Tochtermarke Denza präsentierte zudem die Limousine Z9S mit wahlweise 320-kW- oder 370-kW-Antrieb.

Auf der Technologieseite meldete BYD, dass mittlerweile mehr als 3,33 Millionen Fahrzeuge mit dem eigenen Fahrassistenzsystem ausgestattet sind, allein im Juni kamen 176.315 Einheiten hinzu. Das System DiPilot generiere täglich über 210 Millionen Kilometer an Fahrdaten, das Entwicklungsteam umfasst mehr als 5.000 Ingenieure. Ende Mai hatte BYD zudem mit Xuanji A3 den nach eigenen Angaben ersten in 4-Nanometer-Technik gefertigten Fahrassistenz-Chip Chinas vorgestellt, der eine kombinierte Rechenleistung von über 2.100 TOPS bieten und Level-3- sowie Level-4-Funktionen unterstützen soll.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse hat sich die Aktie zuletzt stabilisiert. Zum Handelsende notierte das Papier bei 9,97 Euro, ein minimales Minus von 0,34 Prozent zum Vortag. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 10,12 Prozent zu Buche, ein Zeichen dafür, dass Anleger die jüngste Erholung positiv bewerten. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 10,64 Euro liegt der Kurs allerdings noch 6,32 Prozent im Rückstand – die mittelfristige Schwäche ist damit noch nicht vollständig ausgeglichen.

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Diskussion zu BYD

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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