Auf dem Parkett herrscht tiefe Skepsis, in den Fabriken Hochbetrieb. Während die BYD-Aktie auf ein neues Tief abrutscht, bereitet der Konzern seinen nächsten großen Wurf vor. Am 2. Juli rollt das neue Flaggschiff Seal 08 an den Start.
Neues Flaggschiff unter Druck
Die Limousine kommt als reines Elektroauto und als Plug-in-Hybrid auf den Markt. Die E-Version nutzt eine 800-Volt-Architektur. Die Reichweite gibt BYD mit bis zu 900 Kilometern an.
Dank der neuen Blade-Batterie lädt das Fahrzeug Strom für 400 Kilometer in nur fünf Minuten. Der Plug-in-Hybrid verspricht indes eine kombinierte Reichweite von rund 1.000 Kilometern. Das Ziel: BYD greift im Premium-Segment an.
Ausbau der Kernstandorte
Um diese Offensive abzusichern, stärkt Konzernchef Wang Chuanfu die heimische Produktion. Bei Strategiegesprächen in Xi’an vereinbarte er Ende Juni einen Ausbau der Kapazitäten. Die Provinz Shaanxi bleibt ein zentraler Knotenpunkt für den Autobauer.
Gemeinsam mit der Stadtverwaltung plant BYD neue Fertigungslinien. Auch die Forschung an extrem schnellen Ladetechnologien treibt der Konzern dort voran.
Aktie im überverkauften Bereich
An der Börse verpuffen diese Nachrichten bislang. Die BYD-Aktie schloss am Freitag bei 8,29 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf über 24 Prozent.
Am Mittwoch markierte der Kurs bei 8,08 Euro ein neues Jahrestief. Technische Indikatoren signalisieren nun eine extreme Lage. Der Relative-Stärke-Index notiert bei 20,6. Dieser Wert deutet auf einen stark überverkauften Zustand hin.
Schwieriges Marktumfeld
Der Preisdruck in China fordert seinen Tribut. In den ersten fünf Monaten schrumpfte der Einzelhandelsabsatz für Pkw um fast 20 Prozent. Die branchenweite Gewinnmarge liegt bei mageren 3,2 Prozent. Kein Wunder.
BYD forciert daher die internationale Expansion. In Großbritannien startet bald der kompakte Plug-in-Hybrid Dolphin G. Für Kanada laufen bereits die Vorbereitungen. Dort sollen die ersten Fahrzeuge bis 2027 auf die Straßen rollen.
Der 2. Juli wird zum wichtigen Stimmungsbarometer. Wenn das neue Flaggschiff bei den Kunden ankommt, könnte das den Abwärtsdruck auf die Aktie lindern. Fällt der Kurs jedoch unter die Marke von 8,08 Euro, drohen weitere technische Anschlussverkäufe.
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