Mit einer Einstellungswelle an seinem größten Produktionsstandort reagiert der chinesische Autokonzern BYD auf die wachsende Nachfrage aus Übersee. Am Standort Xi’an sucht das Unternehmen heute mehr als 8.000 neue Arbeitskräfte.
Nach der Umrüstung der Fertigungslinien auf die zweite Generation der sogenannten Blade-Batterie zieht das Fertigungstempo spürbar an. Um den Personalbedarf rasch zu decken, zahlt der Konzern Antrittsprämien von bis zu 6.000 Yuan.
An der Börse sorgten die Signale für eine leichte Erholung. Im heutigen Handel legte die BYD-Aktie um 1,1 Prozent auf 9,13 Euro zu. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Anteilseigner allerdings weiterhin auf rund 15 Prozent.
Schere zwischen Inlandsmarkt und Exportgeschäft
Hinter der Personalaufstockung in Xi’an steht eine tiefgreifende Verschiebung der Verkaufsströme. Während der Pkw-Absatz in China in den ersten acht Monaten des Jahres rückläufig war, zieht das internationale Geschäft rasant an. Die Auslandsverkäufe kletterten im August auf einen Rekordwert von über 188.000 Fahrzeugen.
Die Exportquote am Gesamtvolumen erreichte damit fast 43 Prozent. Zu Jahresbeginn hatte dieser Anteil noch bei rund einem Viertel gelegen. Um den globalen Expansionskurs abzusichern, hob das Management das Absatzziel für Märkte außerhalb Chinas für das Gesamtjahr 2026 auf 1,9 bis 2,0 Millionen Fahrzeuge an. Für das kommende Jahr peilt der Konzern jenseits der Heimatgrenzen mehr als 2,5 Millionen Einheiten an.
Globaler Ausbau und handelspolitische Reibungen
Parallel zum Hochlauf in China baut der Konzern seine internationale Fertigungsbasis aus. Im thailändischen Werk in Rayong lief unlängst das 100.000ste Fahrzeug vom Band. Der dortige Standort verfügt über eine Jahreskapazität von 150.000 Fahrzeugen und beliefert neben südostasiatischen Märkten auch Kunden in Europa und Australien.
Der rasant wachsende Zulauf chinesischer Modelle ruft jedoch zunehmend Regulierer auf den Plan. Laut Reuters drängt die EU-Kommission die Regierung in Peking derzeit darauf, die Ausfuhr von Plug-in-Hybriden freiwillig zu deckeln. Die Importe dieser Fahrzeuge in die Europäische Union stiegen bis Juli sprunghaft an.
Da für Plug-in-Hybride im Gegensatz zu reinen Stromern bislang nur die regulären Zollsätze von zehn Prozent greifen, droht Brüssel bei ausbleibenden Einigungen mit zusätzlichen Handelsschranken. Handelskommissar Šefčovič reist im Oktober zu Verhandlungen nach Peking.
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