BYD hat im zweiten Quartal 2026 erstmals seit vier Quartalen wieder ein Gewinnwachstum verbucht. Der Nettogewinn stieg um 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Yuan, wie Reuters berichtete. Die Nachrichtenagentur wies zugleich darauf hin, dass die Zahl hinter den Erwartungen zurückblieb – Analysten hatten mit einem Plus von rund 48 Prozent gerechnet.
Für das gesamte erste Halbjahr fällt die Bilanz nüchterner aus. Der operative Umsatz sank um 7,13 Prozent auf rund 344,8 Milliarden Yuan, der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn brach um 20,54 Prozent auf etwa 12,32 Milliarden Yuan ein. Die Erholung im zweiten Quartal markiert damit eine Trendwende innerhalb eines insgesamt schwächeren Halbjahres, nicht dessen Umkehr.
Exportgeschäft treibt die Erholung
Reuters führt die Rückkehr zum Gewinnwachstum auf steigende Exporte und eine bessere Bruttomarge im Auslandsgeschäft zurück. Die Zahlen stützen diese Einordnung: Im ersten Halbjahr exportierte BYD 792.000 Fahrzeuge, ein Plus von 67,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Auslandsgeschäft kompensiert damit einen schwächelnden Heimatmarkt, auf dem der Wettbewerbsdruck spürbar bleibt. Erst am Sonntag hatte das Unternehmen zudem seine 10.000ste Flash-Charging-Station in Shenzhen eröffnet – ein Ausbauschritt, der die Ladeinfrastruktur für die eigene Flotte weiter verdichtet.
Produktoffensive auf der Chengdu Auto Show
Parallel zur Zahlenvorlage treibt BYD seine Modellpalette voran. Auf der Chengdu Auto Show, die noch bis zum 30. August läuft, feierte die dritte Generation des Tang-SUV ihre Premiere; der Verkaufsstart ist für das vierte Quartal 2026 geplant, ausgestattet mit Schnellladetechnik und Assistenzsystemen. Zudem eröffnete BYD den Vorverkauf für die Flaggschiff-Limousine Da Han, deren Preise je nach Ausstattung zwischen 249.900 und 299.900 Yuan liegen.
Auch die Submarken sind aktiv: Fang Cheng Bao nahm Vorbestellungen für die Modelle Formula S und Formula S GT zu Preisen zwischen 230.000 und 280.000 Yuan entgegen. Die Yangwang-Sparte meldete zudem einen technischen Erfolg – die Serienversion der Elektrolimousine U7 absolvierte einen 30.000-Kilometer-Dauertest in weniger als neun Tagen und behielt dabei 98,7 Prozent ihrer Batteriekapazität.
Kursreaktion verhalten
An der Börse fiel die Reaktion auf die Zahlen gedämpft aus. Die Aktie schloss am Freitag bei 9,92 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent. Über die vergangenen zwölf Monate hat das Papier rund 16 Prozent an Wert verloren – ein Zeichen dafür, dass die Anleger die Kombination aus schwachem Heimatmarkt und starkem Export bislang nicht als klaren Befreiungsschlag werten.
Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Die operative Erholung im zweiten Quartal signalisiert, dass die Exportstrategie greift, während die Jahreshälfte insgesamt noch von rückläufigen Umsätzen und Gewinnen geprägt ist. Die dichte Produktoffensive rund um Chengdu dürfte zeigen, ob BYD den heimischen Absatz in den kommenden Monaten stabilisieren kann.
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