BYD hat Tesla im zweiten Quartal 2026 bei reinen Elektrofahrzeugen wieder überflügelt. Der chinesische Autobauer lieferte 557.090 batteriebetriebene Fahrzeuge aus, Tesla kam auf 480.126 Einheiten. Für Tesla war es das vierbeste Quartal der Firmengeschichte — gegen die Dynamik von BYD reichte das trotzdem nicht.
Reine E-Autos überholen Plug-in-Hybride
Der Erfolg zeigt, wie konsequent BYD sein Modellportfolio umbaut. Im Juni 2026 verkaufte der Konzern insgesamt 403.472 Fahrzeuge, Plug-in-Hybride eingerechnet. Erstmals lagen reine Elektroautos dabei vorn: 201.472 Einheiten gegenüber 195.820 Plug-in-Hybriden.
Die Verschiebung ist kein Zufall. BYD braucht reine E-Autos, um in internationalen Märkten mit strengeren Abgasnormen bestehen zu können.
Ladenetz wächst rasant
Am 4. Juli meldete BYD einen weiteren Meilenstein: Über 7.000 „Flash Charge“-Stationen stehen inzwischen in 325 Städten. Die Technologie der zweiten Generation lädt Fahrzeuge in rund 9 Minuten von 10 auf 97 Prozent Akkukapazität. Bis Ende 2026 will BYD das Netz auf 20.000 Stationen ausbauen.
Parallel reagiert der Konzern auf regulatorische Rückschläge. Südkorea strich am 1. Juli seine Kaufprämien für E-Autos. BYD Korea kündigte einen Tag später an, Kunden künftig selbst mit Rabatten von bis zu 1,69 Millionen Won zu unterstützen — der effektive Kaufpreis für Seal und Sealion 7 soll damit stabil bleiben.
Aktie erholt sich von Jahrestief
Die Börse honoriert die operativen Fortschritte. Zum Freitagsschluss stand die Aktie bei 9,58 Euro, ein Plus von 16,42 Prozent innerhalb einer Woche. Erst am 30. Juni war das Papier auf ein 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro gefallen.
Die Erholung bleibt fragil. Auf Jahressicht liegt die Aktie noch 12,55 Prozent im Minus, zum 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro fehlen 35,27 Prozent. Eine annualisierte Volatilität von 40,40 Prozent über die vergangenen 30 Tage zeigt: Anleger bleiben vorsichtig, die Sorge um Chinas Binnenkonjunktur wirkt nach.
Export als Wachstumsmotor
Der Inlandsabsatz in China ging im Juni zurück. Auslandsmärkte fingen das mehr als auf: Die Exporte erreichten mit 175.349 Fahrzeugen einen Rekordwert, ein Plus von 94,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mittlerweile stammen 43,46 Prozent der gesamten Verkäufe aus dem Auslandsgeschäft.
Diese Verschiebung dürfte BYD helfen, Schwankungen im Heimatmarkt abzufedern. Auf dem Goodwood Festival of Speed vom 9. bis 12. Juli will der Konzern acht neue Modelle für den europäischen Markt vorstellen — ein weiterer Schritt, um lokale Fertigung und Ladeinfrastruktur außerhalb Chinas auszubauen.
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