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BYD Aktie: 557.090 E-Autos über Tesla

BYD überholt Tesla bei reinen E-Autos und forciert trotz EU-Zöllen den Ausbau internationaler Märkte.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • BYD übertrifft Tesla bei E-Auto-Verkäufen
  • Internationale Verkäufe steigen um 95 Prozent
  • EU-Zölle: Zweites Werk in Europa geplant
  • Aktie erholt sich mit Wochenplus von 15 Prozent

Die Geschichte um BYD schreibt sich gerade neu. Bisher galt der Konzern vor allem als lokaler Gigant. Jetzt preist der Markt eine völlig andere Zukunft ein. Der Autobauer löst sich von seinem Heimatmarkt, während Anleger über chinesische Gegenwinde hinweg auf den globalen Horizont blicken. Das zeigt sich deutlich am Kurs. Die Aktie beendete den Freitag bei 9,54 Euro. Die Folge: ein satter Tagessprung von 6,45 Prozent.

Die elektrische Krone kehrt zurück

Der Auslöser dieser Dynamik ist ein Triumph über Tesla. BYD hat den amerikanischen Konkurrenten beim Volumen reiner Elektroautos wieder überholt. Im zweiten Quartal lieferten die Chinesen 557.090 dieser Fahrzeuge aus, während Tesla lediglich auf gut 480.000 Einheiten kam.

Die Gesamtzahlen beeindrucken noch mehr. Über alle elektrifizierten Fahrzeugklassen hinweg verkaufte BYD über 1,1 Millionen Autos. Das bedeutet ein massives Wachstum von 58 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Hinter dieser Dominanz steht ein hohes technologisches Tempo. Das Unternehmen fertigt die zweite Generation seiner Blade-Batterie mittlerweile in Serie. Kürzlich startete die neue Flaggschiff-Limousine Seal 08, die in nur fünf Minuten Strom für 400 Kilometer Reichweite nachlädt. BYD macht High-End-Leistung damit zur Massenware.

Parallel dazu baut der Autobauer sein Ladenetz massiv aus. In China laufen bereits 7.000 eigene Stationen, bis zum Jahresende visiert das Management 20.000 Standorte an.

Schwache Heimat, starkes Ausland

Wer nur auf die Rekorde schaut, übersieht den eigentlichen Kern der Geschichte. BYD steckt mitten in einem radikalen Umbau. Auf dem chinesischen Heimatmarkt fielen die Verkäufe im Juni um 22 Prozent. Der Konzern kompensiert diese Schwäche durch eine aggressive Expansion im Ausland. Die internationalen Verkäufe schossen im gleichen Monat um 95 Prozent nach oben und erreichten einen Rekord von 175.349 Fahrzeugen.

Internationale Märkte treiben die Profitabilität des Konzerns. Ausländische Bruttomargen liegen bei knapp 19,5 Prozent und schlagen die heimischen Margen von 16,7 Prozent deutlich. Kein Wunder. Chairman Wang Chuanfu richtet seinen Fokus zwingend nach außen. Er will BYD in fünf Jahren zum größten Autobauer der Welt machen.

Der chinesische Pkw-Markt schrumpft derweil. Prognosen erwarten dort einen Rückgang um 11 Prozent für das Gesamtjahr.

Mauern und neue Märkte

Der Weg zur globalen Spitze verläuft nicht reibungslos. Die Europäische Union verhängt bald Zölle von bis zu 45,3 Prozent auf chinesische Elektroautos. BYD reagiert darauf mit lokaler Produktion. Das Management steht bereits kurz vor der Entscheidung für ein zweites europäisches Werk. Frankreich und Spanien gelten als aussichtsreiche Kandidaten.

In Australien erntet der Konzern derweil die Früchte seiner harten Arbeit. Dort fehlten im Juni nur 243 verkaufte Autos, um Toyota als Spitzenreiter abzulösen. Der Konzern fordert etablierte Platzhirsche in unterschiedlichsten Märkten hartnäckig heraus. Genau diese Fähigkeit liefert das Fundament für die jüngste Kurserholung.

Erholung aus dem Keller

Aus Marktsicht arbeitet sich das Papier aus einem tiefen Tal heraus. Erst Ende Juni markierte der Kurs ein 52-Wochen-Tief bei 8,03 Euro. Die jüngste Rally brachte schnelle Besserung und bescherte Anlegern ein Wochenplus von 15 Prozent.

Auf Jahressicht verzeichnet die Aktie allerdings einen schmerzhaften Verlust von über 28 Prozent. Auch seit Januar liegt das Papier weiterhin knapp 13 Prozent im Minus. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 14,80 Euro fehlt noch ein langer Weg.

Mit einer Marktkapitalisierung von fast 74 Milliarden Euro handelt BYD nun zwischen wichtigen Durchschnittslinien. Der Kurs hat die Marke des 50-Tage-Schnitts von 9,96 Euro erfolgreich hinter sich gelassen. Der RSI von knapp 56 deutet auf eine völlig ausbalancierte Dynamik hin.

Die Aktie hat ihren überverkauften Zustand abgebaut. Überhitzt ist sie beim Start in die zweite Jahreshälfte aber noch nicht. Setzt sich die internationale Expansion im aktuellen Tempo fort, rückt der 200-Tage-Schnitt bei 10,76 Euro als konkretes Ausbruchsziel in den Fokus.

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Diskussion zu BYD

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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