BYD hat auf der Auto Show in Chengdu am Freitag zwei neue Flaggschiff-Modelle präsentiert und damit seine Produktoffensive weiter beschleunigt. Die dritte Generation des Tang SUV sowie die neue Limousine Da Han sollen die Dynasty-Reihe des chinesischen Herstellers nach oben abrunden.
Der Vorverkauf der vollelektrischen Da-Han-Variante ist bereits gestartet, mit einer CLTC-Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern und einem Einstiegspreis von rund 249.900 Yuan.
Parallel dazu öffnete die Tochtermarke Fang Cheng Bao die Vorbestellungen für die Sportmodelle Formula S und Formula S GT, deren Preise zwischen 230.000 und 280.000 Yuan liegen. Zuvor hatte BYD bereits eine neue Langstreckenversion des Plug-in-Hybrid-SUV Ti7 mit monolithischem Karosserierahmen vorgestellt.
Die Denza-Marke des Konzerns wiederum spezifizierte den neuen N8 mit 1.003 Kilometern CLTC-Reichweite und einer Schnellladefunktion, die eine Ladung von 10 auf 70 Prozent in fünf Minuten ermöglichen soll.
Internationalisierung als Wachstumstreiber
Die Modellflut fällt in eine Phase, in der BYD seine internationale Präsenz massiv ausbaut. In Australien wuchs das Angebot mit den Plug-in-Hybrid-SUVs Sealion 5 und Sealion 8 sowie dem Nutzfahrzeug Shark 6 auf elf Modelle.
Im Juli verkaufte der Konzern nach eigenen Angaben 419.211 Neuenergiefahrzeuge, ein Plus von 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Davon gingen 180.538 Einheiten ins Ausland – ein Beleg dafür, dass die Exportmärkte den schwächelnden Heimatmarkt zunehmend auffangen.
Diese Verschiebung der Absatzstruktur bewerten Marktbeobachter positiv: Internationale Auslieferungen machen inzwischen rund 44 Prozent des Gesamtvolumens aus und gleichen den Druck im chinesischen Kernmarkt aus.
Im Batteriespeichergeschäft untermauerte BYD Energy Storage diese Position zusätzlich: Im ersten Halbjahr 2026 sicherte sich die Sparte mit einem Marktanteil von 9,1 Prozent den weltweiten Spitzenplatz bei stationären Batteriespeichersystemen, bei einem Anstieg der Auslieferungen um 96,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Kursreaktion und Blick auf Zahlen
An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt gut erholt. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 10,13 Euro, ein Plus von 2,0 Prozent auf Tagessicht.
Auf Wochensicht summiert sich der Zuwachs auf 3,8 Prozent, über 30 Tage sind es 3,0 Prozent. Damit liegt der Kurs rund 6,0 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,55 Euro, bleibt aber mit einem Minus von 23 Prozent weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro vom 26. August vergangenen Jahres. Seit Jahresbeginn steht für die Aktie ein Rückgang von 5,4 Prozent zu Buche.
Die Kursziele für die in Hongkong gehandelten Aktien wurden zuletzt angehoben: Der Analystenkonsens stieg auf 177 Hongkong-Dollar von zuvor 161 Hongkong-Dollar, nachdem die Gewinnschätzung je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 auf 6,71 Yuan nach oben korrigiert wurde.
Im Fokus der Anleger steht nun der 28. August: Dann will BYD die Halbjahreszahlen für 2026 vorlegen. Angesichts der Exportdynamik und der dichten Produktpipeline dürfte die Frage im Mittelpunkt stehen, ob sich die operative Stärke im Ausland auch in den Konzernzahlen niederschlägt – und ob sie ausreicht, die Schwäche im Heimatmarkt vollständig zu kompensieren.
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