Der Abwärtsdruck bei Chinas größtem Autobauer reißt nicht ab. Anleger fliehen in Scharen aus dem Papier. In der neuen Handelswoche steht nun ein entscheidender Test an. Die kommenden Verkaufszahlen müssen beweisen, ob der Konzern die Wende schafft.
Am Freitag rutschte der Kurs auf 8,29 Euro ab. Damit nähert sich der Wert bedrohlich dem 52-Wochen-Tief von 8,08 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 24 Prozent.
Technisch ist die Lage extrem angespannt. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 20,6 eine massiv überverkaufte Situation. Neue Impulse müssen aus dem operativen Geschäft kommen.
Warten auf die Juni-Zahlen
Besondere Bedeutung hat nun das anstehende Update zu den Verkaufszahlen. Im Mai meldete BYD rund 383.000 verkaufte Fahrzeuge mit alternativem Antrieb. Das entsprach einem minimalen Plus gegenüber dem Vorjahresmonat.
Dieser leichte Anstieg beendete eine monatelange Durststrecke. Davor schrumpften die weltweiten Verkäufe acht Monate in Folge. Starke Exporte von über 160.000 Einheiten federten im Mai die Schwäche auf dem Heimatmarkt ab.
Die Folge: Das Juni-Update bekommt enormes Gewicht. Ein zweiter Monat mit stabilen Zahlen würde eine echte Trendwende untermauern. Ein erneuter Rückgang lenkt den Blick wieder auf den harten Preiskampf in China.
Der Gesamtmarkt zieht an
Die Branchenaussichten liefern durchaus Grund zur Hoffnung. Der Branchenverband CPCA rechnet für Juni mit rund 1,65 Millionen verkauften Pkw in China. Das wäre ein Anstieg von neun Prozent zum Vormonat.
Bei den Fahrzeugen mit alternativem Antrieb fällt das erwartete Wachstum noch stärker aus. Hier prognostizieren Experten etwa 1,05 Millionen Einheiten. Anleger werden genau prüfen, ob BYD mit diesem Marktwachstum Schritt hält. Verliert der Konzern Marktanteile, droht weiterer Verkaufsdruck.
Makro-Daten liefern den Rahmen
Neben den Unternehmenszahlen rückt die chinesische Konjunktur in den Blick. Am 30. Juni veröffentlicht das Statistikamt den Einkaufsmanagerindex für die Industrie. Im Mai stagnierte dieser wichtige Frühindikator exakt an der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Anfang Juli folgen weitere Daten aus dem Privatsektor. Diese Kennzahlen ersetzen zwar keine konkreten Auslieferungszahlen. Sie beeinflussen aber massiv die Stimmung rund um die chinesische Konsumnachfrage.
Die kommenden Tage entscheiden über die kurzfristige Richtung der Aktie. Hält die Unterstützung beim Jahrestief von 8,08 Euro nicht, droht ein weiterer Absturz. Nur handfeste Beweise, dass der Absatz weiter wächst, können den aktuellen Abwärtstrend stoppen.
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