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BYD Aktie: 365 Prozent Plus in Deutschland

BYD strebt Namensrechte am Morumbi-Stadion an, während der chinesische E-Auto-Markt um 14 Prozent einbricht. Das Auslandsgeschäft wächst deutlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Stadiondeal in São Paulo geplant
  • Chinas E-Auto-Markt schrumpft 14 Prozent
  • BYD-Absatz in Deutschland steigt 365 Prozent
  • Aktie liegt 26 Prozent unter Hoch

BYD verhandelt einem brasilianischen Bericht zufolge in fortgeschrittenem Stadium über die Namensrechte am Stadion des FC São Paulo. Der chinesische Autobauer gilt als Favorit für einen neuen Sponsoringvertrag, das Morumbi-Stadion könnte künftig „MorumBYD“ heißen.

Der bisherige Vertrag mit Mondelez läuft Ende 2026 aus und brachte dem Verein zuletzt 25 Millionen Reais pro Jahr ein. Ein solcher Deal wäre für BYD ein weiterer Baustein der Markenoffensive in Lateinamerika, wo der Konzern seine Präsenz seit Jahren ausbaut.

Chinas Elektromarkt kühlt spürbar ab

Während BYD international expandiert, zeigt der Heimatmarkt Ermüdungserscheinungen. Der chinesische Markt für Elektrofahrzeuge verzeichnete in diesem Jahr einen Absatzrückgang von 14 Prozent, mit knapp 4,7 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen in den ersten sieben Monaten.

Reduzierte Subventionen – der staatliche Zuschuss wurde um 33 Prozent gekürzt und die Obergrenze auf 10.000 Yuan gesenkt – sowie ein schwächeres Wirtschaftswachstum von 4,3 Prozent im zweiten Quartal belasten die Nachfrage. Die Beratungsgesellschaft AlixPartners rechnet für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Neuwagenverkäufe auf 24,6 Millionen Fahrzeuge.

BYD selbst meldete für Juli einen Absatz von 239.370 Fahrzeugen, ein Minus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, allerdings ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber Juni. Konkurrent Geely legte im Monatsvergleich um 4 Prozent zu, verlor aber im Jahresvergleich 29,1 Prozent.

Auch die kleineren Wettbewerber Xpeng, Nio und Li Auto meldeten im Juli allesamt einen Rückgang gegenüber dem Vormonat. Der branchenweite Gegenwind trifft damit nicht nur BYD, sondern den gesamten chinesischen NEV-Sektor gleichermaßen.

Auslandsgeschäft bleibt Wachstumstreiber

Ein anderes Bild zeigt sich außerhalb Chinas. In Deutschland verzeichnete BYD im Juli 5.240 Neuzulassungen, ein Plus von 365 Prozent gegenüber dem Vorjahr – während Tesla im selben Markt einen Einbruch auf nur 367 Fahrzeuge und einen Marktanteilsverlust auf 0,1 Prozent hinnehmen musste.

Auch in Tunesien expandiert BYD über eine Roadshow durch mehrere Städte, nachdem dort in diesem Jahr bereits mehr als 750 Elektroautos registriert wurden, das 1,5-Fache des Vorjahreswerts. In Südkorea baut der Mobilitätsanbieter Socar seine Flotte chinesischer Elektrofahrzeuge bis Jahresende deutlich aus, was auf ein wachsendes Interesse asiatischer Nachbarmärkte an chinesischen Marken hindeutet.

Was das für Anleger bedeutet

Der Kurs der BYD-Aktie notiert am Freitag bei 9,79 Euro und liegt damit rund 26 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro aus dem August vergangenen Jahres. Die Entwicklung spiegelt die Doppelbelastung wider: ein abkühlender Heimatmarkt mit sinkenden Subventionen auf der einen Seite, ein robustes internationales Wachstum in Europa und aufstrebenden Märkten auf der anderen.

Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob die Auslandsexpansion die Schwäche in China auf Dauer kompensieren kann – der mögliche Sponsoringdeal in São Paulo ist dabei ein kleines, aber symbolträchtiges Signal für die globalen Ambitionen des Unternehmens.

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Diskussion zu BYD

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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