Auf dem Kurszettel sieht es düster aus. Die BYD-Aktie notiert mit 9,53 Euro nah am 52-Wochen-Tief. Parallel dazu startet der chinesische Autokonzern eine massive Expansion. Zwei Milliarden Euro fließen in ein europäisches Schnellladenetz. Das Ziel: die Dominanz auf dem Kontinent.
Infrastruktur und lokale Produktion
Bis 2027 will BYD rund 3.000 Ultraschnellladestationen in Europa aufbauen. Allein Großbritannien erhält 600 Standorte.
Die neue Technik soll Fahrzeugbatterien in fünf Minuten auf 70 Prozent laden. Damit greift der Konzern eine der größten Hürden der Elektromobilität an.
Indes sucht das Management nach einem zweiten Produktionsstandort in Südeuropa. Spanien gilt als Favorit. BYD will lieber eine bestehende Fabrik übernehmen als neu bauen. Lokale Werke helfen dem Unternehmen, die neuen EU-Strafzölle auf chinesische Elektroautos zu umgehen.
Das erste europäische Pkw-Werk im ungarischen Szeged startet im vierten Quartal. Ein zuvor geplantes Projekt in der Türkei hat der Vorstand auf Eis gelegt.
Clevere Modellpolitik
Stattdessen passt BYD sein Produktportfolio an. Der neue Plug-in-Hybrid Dolphin G DM-i zielt direkt auf das europäische B-Segment. Dieser Schritt ist taktisch klug.
Die aktuellen EU-Zölle treffen ausschließlich reine Elektroautos. Plug-in-Hybride bleiben verschont. So sichert sich BYD einen Wettbewerbsvorteil.
Konzernchef Wang Chuanfu formuliert klare Ambitionen. In fünf Jahren will BYD der größte Autobauer der Welt sein. Das kräftige Exportwachstum von 65 Prozent stützt diesen Plan.
An der Börse spiegelt sich diese operative Stärke noch nicht wider. Auf Jahressicht verlor das Papier fast 37 Prozent an Wert. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von rund 34 jedoch einen stark überverkauften Zustand. Dreht die Stimmung, liefert die europäische Expansion ein handfestes Fundament für steigende Kurse.
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