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BYD Aktie: 175.349 Überseeverkäufe im Juni-Rekord

BYD verkauft mehr E-Autos als Tesla, sucht aber dringend einen zweiten europäischen Produktionsstandort. Die Aktie erholt sich vom Tief, bleibt aber im Jahrestrend schwach.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • BYD überholt Tesla bei E-Auto-Verkäufen
  • Suche nach zweitem Europa-Werk läuft
  • Aktie erholt sich vom Juni-Tief
  • Überseeverkäufe erreichen neuen Rekord

BYD überholt Tesla wieder bei den reinen Elektroauto-Verkäufen. Gleichzeitig wartet der Markt auf eine Entscheidung, die über die Zukunft des Konzerns in Europa mitentscheiden könnte. Die Aktie zeigt sich davon bislang nur teilweise beeindruckt.

Am Freitag schloss das Papier bei 9,90 Euro, ein Minus von 1,75 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 3,68 Prozent, auf Monatssicht sogar von 9,39 Prozent. Vom Tief bei 8,03 Euro Ende Juni hat sich der Kurs bereits um mehr als 23 Prozent erholt.

Die längerfristige Bilanz bleibt trotzdem schwach. Auf Jahressicht liegt die Aktie noch immer 27,58 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn 7,52 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro aus dem Juli 2025 fehlen weiterhin rund ein Drittel.

BYD zieht an Tesla vorbei

Im zweiten Quartal 2026 lieferte BYD 557.090 rein batterieelektrische Fahrzeuge aus. Tesla kam im selben Zeitraum auf 480.126 Einheiten, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Trotz des starken Tesla-Comebacks bleibt BYD vorn, der Abstand beträgt knapp 77.000 Fahrzeuge oder etwa 16 Prozent.

Für das erste Halbjahr insgesamt schrumpft der Vorsprung deutlich zusammen. BYD kommt auf 867.479 verkaufte Batterie-Elektrofahrzeuge, Tesla auf 838.149. Vor einem Jahr maß sich der Abstand zwischen beiden Herstellern noch in Hunderttausenden Einheiten – jetzt sind es nur noch 29.330.

Das Wachstum bei BYD kommt zunehmend aus dem Ausland. Im Juni erreichten die Überseeverkäufe mit 175.349 Einheiten einen neuen Rekord, ein Plus von fast 95 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Rund 43 Prozent des gesamten Quartalsabsatzes stammten bereits aus Märkten außerhalb Chinas. Im Heimatmarkt dagegen bremst der anhaltende Preiskrieg das Geschäft, die Margen der gesamten chinesischen E-Auto-Branche stehen unter Druck.

Zweites Werk in Europa in Planung

Vor diesem Hintergrund sucht BYD einen zweiten Produktionsstandort in Europa. Alfredo Altavilla, der Sonderberater des Konzerns für Europa, bestätigt die laufende Standortsuche. Bislang betreibt BYD in Europa nur das Werk in Szeged, Ungarn.

Der Zeitdruck hat einen konkreten Grund: Brüssel plant Regeln, die Fahrzeuge aus lokaler Produktion bevorzugen sollen. BYD hat bereits Gespräche mit Stellantis über die Übernahme von nicht ausgelasteten Werken bestätigt. Eine Ankündigung dazu könnte laut eigenem Zeitplan des Unternehmens kurzfristig erfolgen.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie in einem uneinheitlichen Bild. Der Schlusskurs liegt knapp drei Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,62 Euro, aber fast sieben Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,64 Euro. Der RSI von 58,8 signalisiert weder eine Überkauft- noch eine Überverkauft-Situation, während die annualisierte Volatilität von knapp 41 Prozent auf ein unruhiges Handelsumfeld hindeutet.

In den kommenden Tagen dürften zwei Themen die Aktie bewegen: konkrete Neuigkeiten zum europäischen Produktionsstandort und die vollständigen Quartalszahlen von Tesla, die nach Börsenschluss am 22. Juli erwartet werden. Der direkte Vergleich zwischen den beiden Elektroauto-Herstellern dürfte dabei im Mittelpunkt stehen.

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Diskussion zu BYD

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.