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BYD Aktie: 17-millionstes E-Auto in Xi’an

BYD schließt strategisches Materialabkommen mit Covestro und meldet Produktionsrekord. Die Aktie erholt sich, bleibt aber unter dem Vorjahreshoch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Strategische Partnerschaft mit Covestro
  • 17-millionstes E-Fahrzeug produziert
  • Exportverkäufe steigen um 68 Prozent
  • Aktie noch 35 Prozent unter Rekordhoch

BYD-Aktien legen am Dienstag um 2,96 Prozent auf 9,61 Euro zu. Der Anstieg setzt eine Erholung fort, die vor wenigen Tagen mit einer neuen Materialpartnerschaft mit dem deutschen Chemiekonzern Covestro begann. Damit liegt der Kurs rund 20 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro vom 30. Juni.

Covestro-Deal geht über reine Lieferbeziehung hinaus

Am 13. Juli unterzeichneten Covestro und BYD eine Absichtserklärung für eine langfristige strategische Partnerschaft. Die Vereinbarung soll die Entwicklung neuer Materiallösungen für Elektrofahrzeuge, Energiespeicher und weitere Zukunftstechnologien beschleunigen.

Der Deal ist mehr als ein klassisches Lieferabkommen. Beide Unternehmen wollen die Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette ausbauen — von Elektrofahrzeugen über Batteriesysteme bis zum öffentlichen Nahverkehr.

Covestro-Managerin Lily Wang, Präsidentin des Bereichs Engineering Plastics, beschreibt die Motivation so: BYDs wachsendes Portfolio stelle einige der anspruchsvollsten Materialherausforderungen der Gegenwart dar. Genau dort komme die Expertise von Covestro zum Tragen. Covestro sichert BYD dafür Lieferkapazität, maßgeschneiderten technischen Support und frühen Zugang zu neuen Materialtechnologien zu. Im Gegenzug will BYD den Zulieferer künftig schon in frühen Phasen neuer Fahrzeugprogramme einbinden.

Produktionsrekord unterstreicht Exportkraft

Der Covestro-Deal folgt nur wenige Tage nach einem Fertigungsmeilenstein. Am 8. Juli rollte im Werk Xi’an das 17-millionste Elektrofahrzeug von BYD vom Band — als erster Autobauer weltweit erreicht der Konzern diese Marke. Von 16 auf 17 Millionen Fahrzeuge brauchte BYD keine drei Monate, ein neuer Tempo-Rekord in der Branche für Neue-Energie-Fahrzeuge.

Der Meilenstein passt zur aktuellen Exportstrategie. Im ersten Halbjahr verkaufte BYD insgesamt 1,8085 Millionen Fahrzeuge. Davon gingen 789.400 Einheiten an Pkw- und Pickup-Kunden im Ausland — ein Plus von 68 Prozent zum Vorjahr.

Kurs bleibt weit unter altem Rekordhoch

Trotz des jüngsten Anstiegs liegt die Aktie noch deutlich unter ihrem Höchststand aus dem Vorjahr. Der Kurs notiert 35,07 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro vom 22. Juli 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 12,29 Prozent zu Buche, auf Sicht von sieben Tagen hat die Aktie dagegen 3,76 Prozent gewonnen.

Technisch bewegt sich der Kurs nahe am 50-Tage-Durchschnitt von 9,69 Euro, liegt aber noch 9,94 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,67 Euro. Der 14-Tage-RSI von 55,8 deutet auf eine neutrale bis leicht bullische Verfassung hin. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 39,27 Prozent zeigt: Ruhig wird es bei dieser Aktie vorerst nicht.

Auslandsgeschäft kompensiert schwache Heimatnachfrage

Materialpakt und Produktionsrekord treffen auf einen Konzern, der sich zunehmend auf Auslandsmärkte stützt. Im Juni stiegen die NEV-Großhandelsverkäufe von BYD um 5,46 Prozent auf 403.472 Einheiten — der zweite Monat in Folge mit Wachstum. Die Auslandsverkäufe erreichten dabei mit 175.349 Einheiten einen neuen Rekord, ein Sprung von 94,73 Prozent zum Vorjahr. Damit steuerte das Ausland mehr als 43 Prozent zum Monatsumsatz bei.

Im Heimatmarkt sieht die Lage anders aus. Die Inlandsverkäufe lagen im Juni bei 228.123 Einheiten, ein Rückgang von 22,02 Prozent zum Vorjahr, wenn auch mit einem moderaten Plus von 2,39 Prozent zum Vormonat. Für das zweite Quartal insgesamt meldet BYD 1.108.048 verkaufte NEV-Einheiten — ein Anstieg von 58,19 Prozent zum Vorquartal, aber immer noch 3,24 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Erholung gewinnt also an Fahrt, hat die Lücke aus der Abkühlung im chinesischen Heimatmarkt aber noch nicht vollständig geschlossen. Covestro-Partnerschaft, Exportrekord und Produktionsmeilenstein liefern Investoren immerhin ein Argument: BYD verteilt sein Wachstum zunehmend auf mehrere Standbeine, statt sich allein auf den umkämpften Heimatmarkt zu verlassen.

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