BYD zahlt seinen Aktionären die Schlussdividende für das Geschäftsjahr 2025 aus. Gleichzeitig legt die Aktie eine bemerkenswerte Erholung hin, während der große Rivale Tesla in die entgegengesetzte Richtung läuft. Zwei Geschichten, ein Monat — und ein deutlicher Kontrast.
Dividende fließt, Rendite bleibt mager
Die Auszahlung an die Aktionäre ist am 31. Juli über die Bühne gegangen. BYD zahlt eine Schlussdividende von 0,41141 Hongkong-Dollar je Aktie für das Jahr bis Ende Dezember 2025. Die Hauptversammlung hatte den Gewinnverwendungsplan bereits Anfang des Jahres abgesegnet.
Für die auf dem chinesischen Festland gelisteten A-Aktien plant der Konzern eine Barausschüttung von 3,58 Yuan je zehn Aktien. Record-Date war der 30. Juli, die Zahlung erfolgte ebenfalls am 31. Juli. Die Dividendenrendite liegt bei mageren 0,4 Prozent — deutlich unter dem Branchenschnitt von 2,6 Prozent. BYD bleibt damit klar eine Wachstumsstory und keine Dividendenaktie für Einkommensinvestoren.
Kurs klettert deutlich über den 50-Tage-Schnitt
Die Aktie schloss am Freitag bei 10,30 Euro, ein Minus von 0,94 Prozent auf Tagessicht. Der kurzfristige Rücksetzer ändert aber wenig am größeren Bild: Über die vergangenen 30 Handelstage hat das Papier fast 19 Prozent zugelegt.
Damit hat sich BYD deutlich vom 52-Wochen-Tief bei 8,03 Euro vom 30. Juni gelöst und liegt inzwischen gut acht Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,53 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 10,55 Euro fehlen allerdings noch rund 2,4 Prozent. Ein RSI-Wert von 61,7 zeigt: Die Aktie nähert sich überkauftem Terrain, ohne dort bereits angekommen zu sein.
Tesla verliert, BYD gewinnt — vorerst
Der spannendste Teil der Geschichte liegt im Vergleich. Während BYD im vergangenen Monat rund 22 Prozent zulegte, verlor Tesla im selben Zeitraum etwa 23 Prozent. Eine Divergenz dieser Größenordnung zwischen den beiden größten E-Auto-Herstellern der Welt ist selten.
Die operativen Trends erklären einen Teil davon. In den USA sind die Verkäufe von Elektroautos in der ersten Jahreshälfte um bis zu 20 Prozent eingebrochen, in China gingen sie um 13 Prozent auf 4,73 Millionen Fahrzeuge zurück. Ein Markt sticht jedoch heraus: Europa. Dort laufen E-Autos weiterhin stark.
BYD hat diese Schwäche der Konkurrenz konsequent genutzt. Die Neuzulassungen der Marke in der EU sind in der ersten Jahreshälfte um 168 Prozent auf 130.743 Fahrzeuge gestiegen. Der Konzern kann damit für sich beanspruchen, den europäischen Markt geknackt zu haben — während die US-Konkurrenz zu Hause kämpft.
Analysten bleiben trotz Gegenwind optimistisch
Die Konsensbewertung der Analysten für die in Hongkong gelistete BYD-Aktie lautet „Strong Buy“. Von 27 Analysten empfehlen 24 den Kauf, nur einer rät zum Verkauf, drei sehen die Aktie als Halteposition. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 124,91 Hongkong-Dollar — ein Aufwärtspotenzial von knapp 32 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Diese Zuversicht blendet die Risiken nicht aus. Der Preiskampf im Heimatmarkt und die schwächere Nachfrage in China belasten weiterhin die Stimmung, auch wenn die Exportzahlen Rekordwerte erreichen. Genau dieser Zwiespalt hält die Bewertungsdebatte unter Analysten lebendig, die sowohl die H-Aktien in Hongkong als auch die A-Aktien auf dem Festland verfolgen.
Der nächste konkrete Termin: Ende August 2026 will BYD die Quartalszahlen für das zweite Quartal vorlegen, zumindest für die Hongkong-Notierung. Bis dahin entscheidet sich, ob die Erholung Richtung 200-Tage-Durchschnitt weiterläuft — oder ob neuer Preisdruck aus China die Aktie zurück in Richtung der Juni-Tiefs drückt.
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