BYD meldet für Mai 2026 erstmals seit acht Monaten wieder ein Umsatzplus. Der chinesische Hersteller verkaufte weltweit 383.453 Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge — 0,26 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das klingt nach wenig. Die Richtung aber zählt.
Zum Vergleich: Im April lag der Absatz noch bei 321.000 Einheiten. Der Sprung um 19,41 Prozent binnen eines Monats zeigt, dass die Nachfrage wieder anzieht. Allerdings bleibt die Bilanz der ersten fünf Monate durchwachsen. Kumuliert stehen 1,4 Millionen Fahrzeuge zu Buche — ein Minus von 20,32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Exportgeschäft explodiert
Der eigentliche Treiber der Erholung liegt außerhalb Chinas. Im Mai lieferte BYD 160.644 Fahrzeuge ins Ausland — 80,40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit erreicht das Exportgeschäft einen neuen Rekord.
Ein Beispiel für die Dimension: Ende Mai verließ das Ro-Ro-Schiff „Jinan“ den Hafen Nantong in Richtung Italien und Spanien. An Bord: 7.273 Fahrzeuge, darunter die Plug-in-Hybride Dolphin G DM-i, Yuan UP DM-i und Song PLUS DM-i. Es ist die größte Einzelmarken-Exportladung, die je von einem chinesischen Hafen abgefertigt wurde.
Die Nachfrage in Europa übersteigt inzwischen die Lieferkapazität. In Frankreich warten Kunden auf den Yuan UP DM-i mindestens vier Monate. In Spanien sind es fünf bis sechs Monate.
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Fünfte DM-Generation als Hebel
BYD setzt auf seine fünfte Generation der DM-Technologie, um den Schwung zu halten. Die Dual-Mode-Architektur kombiniert Verbrenner und Elektromotor und ermöglicht hohe Reichweiten. Am 26. Mai stellte der Konzern den Sealion 06 DM-i vor — das erste Modell der 2026er-Reihe mit dieser Technik.
Analysten sehen steigende Energiekosten und die Elektrifizierung in Schwellenländern als Katalysatoren für das internationale Wachstum. Der heimische Markt bleibt unter Druck. Ein brutaler Preiskrieg zwischen chinesischen Herstellern drückt die Margen. BYD kompensiert das zunehmend über Volumen im Ausland.
Die Mai-Zahlen markieren eine Zäsur. Ob die Trendwende hält, entscheidet sich in den kommenden Quartalen. Europa und Lateinamerika könnten den Unterschied machen.
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