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Symbolbild, KI-generiert

BYD Aktie: 134 Prozent mehr Übersee-Verkäufe

BYD steigert den internationalen Absatz im August deutlich, doch schwache China-Verkäufe und sinkende Margen belasten die Aktie weiter.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • August-Absatz weltweit um 18 Prozent gestiegen
  • Auslandsgeschäft wächst um 134 Prozent
  • China-Verkäufe im August rückläufig
  • Nettogewinn im Halbjahr um 23 Prozent gesunken

BYD verkauft international so viele Fahrzeuge wie nie zuvor, doch an der Börse hilft das derzeit wenig. Der chinesische Elektroautobauer meldete für August den vierten Monat in Folge steigende Gesamtverkäufe, während die Aktie im heutigen Handel um 2,3 Prozent auf 8,99 Euro nachgibt und damit nahe am 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro notiert.

Starkes Auslandsgeschäft kompensiert schwachen Heimatmarkt

Im August lieferte BYD weltweit 440.293 Fahrzeuge aus, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Erfolg kommt fast ausschließlich aus dem Ausland: Die Übersee-Verkäufe legten um 134 Prozent auf 189.466 Einheiten zu und machen mittlerweile 43 Prozent des globalen Absatzes aus. Im Heimatmarkt China dagegen brachen die Verkäufe um 14 Prozent auf 250.827 Fahrzeuge ein.

Über die ersten acht Monate des Jahres 2026 summieren sich die Verkäufe auf 2.668.015 Einheiten, ein Rückgang von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Inlandsabsatz sackte in diesem Zeitraum um 33 Prozent auf 1.505.755 Fahrzeuge ab, während die Auslandsverkäufe um 86 Prozent auf 1.162.260 Einheiten stiegen.

BYD hält damit an seinem Ziel fest, 2027 rund 2,5 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas zu verkaufen. Das neue Werk in Ungarn soll im vierten Quartal 2026 den Betrieb aufnehmen, und der Konzern will seine Autotransporterflotte ausbauen, um die geplanten Exportvolumen zu bewältigen.

Für das laufende Jahr peilt BYD den Versand von zwei Millionen Fahrzeugen ins Ausland an, in der zweiten Jahreshälfte sollen monatlich zwischen 180.000 und 200.000 Einheiten verschifft werden.

Der chinesische Gesamtmarkt für Personenwagen schrumpfte im August um 23,6 Prozent auf 1.541.000 verkaufte Fahrzeuge. Batterieelektrische Autos wuchsen dabei nur leicht um 0,8 Prozent, während Plug-in-Hybride um 29,6 Prozent einbrachen. BYD blieb trotz der schwachen Inlandszahlen mit 233.943 verkauften Neuenergiefahrzeugen die meistverkaufte NEV-Marke Chinas.

Margendruck belastet trotz Wachstum

Die Zahlen zur ersten Jahreshälfte zeigen, wie stark der Preiswettbewerb in China auf die Profitabilität drückt: Der Umsatz lag bei 344,8 Milliarden Yuan, ein Minus von 7 Prozent, der Nettogewinn sank um 23 Prozent auf 12,33 Milliarden Yuan. Exporte machten bereits 52 Prozent des Umsatzes aus.

Die durchschnittliche Gewinnmarge in der chinesischen Fahrzeugfertigung lag im ersten Halbjahr 2026 branchenweit bei nur 1,5 Prozent – ein Umfeld, das mehrere chinesische Elektroautohersteller dazu bewegt, parallel in humanoide Roboter zu investieren, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. Auch BYD wird in diesem Zusammenhang als einer der Hersteller genannt, die sich in Richtung Robotik orientieren.

Neue Produkte und Ladeinfrastruktur als Wachstumstreiber

Auf der Produktseite bleibt BYD aktiv: Die Tochtermarke Denza brachte mit dem Z9GT eine günstigere Variante ihrer Tri-Motor-Technologie zum Preis von 329.800 Yuan auf den Markt, rund 11 Prozent unter der Performance-Version. Der neu vorgestellte Sealion 08 verzeichnete binnen 24 Stunden nach Marktstart in China mehr als 12.000 Bestellungen.

Zudem treibt BYD den Ausbau seiner Schnellladeinfrastruktur voran: Bis Ende 2026 sollen in China 20.000 sogenannte Flash-Charging-Stationen entstehen, nachdem Ende August bereits die 10.000. Station in Betrieb ging. Bei einer Demonstration vor mehr als 100 Medienvertretern aus dem asiatisch-pazifischen Raum lud ein BYD-Fahrzeug bei minus 30 Grad Celsius in zwölf Minuten von 20 auf 97 Prozent.

An der Börse überwiegt trotz dieser operativen Fortschritte die Skepsis. Der Kurs liegt inzwischen 28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro und rangiert mit einem RSI von 31,2 nahe der überverkauften Zone. Anleger scheinen dem starken Auslandswachstum weniger Gewicht zu geben als dem anhaltenden Preis- und Margendruck im heimischen Markt.

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