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BYD Aktie: 11,275-GWh-Auftrag von Masdar in Abu Dhabi

BYD erhält Großauftrag für Batteriespeicher in Abu Dhabi und bringt neue Denza-Modelle an den Start. Die Aktie bleibt trotzdem im Minus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordauftrag für Speicherlösungen in Abu Dhabi
  • Neue Denza-Limousine als Konkurrenz für Xiaomi
  • Aktie trotz positiver Nachrichten im Abwärtstrend
  • Strategie: Ausbau von Energie- und Premiumsegment

BYD baut sein Geschäft jenseits des Autobaus massiv aus. Diese Woche sicherte sich der chinesische Konzern einen der größten Batteriespeicher-Aufträge der Welt in Abu Dhabi. Parallel dazu meldete die Premiummarke Denza ein neues Elektro-Sedan bei den chinesischen Behörden an. Die Aktie honoriert das kaum — sie steckt weiter tief im Kursverlust.

Rekordauftrag in Abu Dhabi

BYDs Energiesparte hat mit dem staatlichen Energiekonzern Masdar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Speicherliefervertrag über 11,275 Gigawattstunden unterschrieben. Der Auftrag ist Teil des „Round The Clock“-Projekts (RTC) in Abu Dhabi. Erst kürzlich hatte sich BYD bereits ein 12,5-GWh-Projekt in Saudi-Arabien gesichert — nach eigenen Angaben das weltweit größte netzseitige Speicherprojekt.

Das RTC-Vorhaben von Masdar und dem Versorger EWEC kombiniert eine 5,2-Gigawatt-Solaranlage mit einem 19-GWh-Batteriespeicher. Damit entsteht das größte integrierte Solar-plus-Speicher-Projekt weltweit. BYD liefert dafür sein „Haohan“-Speichersystem für eine einzelne Batteriestation mit 1.644 Megawatt Leistung und 11.275 Megawattstunden Kapazität.

Herzstück der Technik ist die neueste Generation der Blade-Batterie. Eine einzelne Speicherzelle mit 2.710 Amperestunden steigert die Kapazität pro Zelle um mehr als 300 Prozent. Gleichzeitig sinkt die Komplexität des Batteriemanagements um 70 bis 80 Prozent. Das System ist gegen Sand und Staub geschützt und übersteht Temperaturen zwischen minus 30 und plus 55 Grad — Voraussetzung für den Betrieb in der Wüste.

Der Wettbewerb um Netzspeicher-Aufträge in der Golfregion verschärft sich unter chinesischen Anbietern. Der Konkurrent Sungrow hatte bereits 7,5 GWh für die erste Bauphase des RTC-Projekts gesichert. Mit BYDs Zuschlag für die restlichen 11,275 GWh teilen sich nun zwei chinesische Firmen das komplette 19-GWh-Vorhaben — internationale Wettbewerber gingen leer aus.

Denza fordert Xiaomis SU7 heraus

Auf der Automobilseite erweitert die Premiummarke Denza ihr Sedan-Angebot. Chinas Industrieministerium veröffentlichte am 10. Juli seine neueste Liste an Fahrzeug-Zulassungen. Darunter: der Denza Z9S, dessen technische Daten nun bekannt sind.

Der Z9S misst 5.090 Millimeter in der Länge und 1.980 Millimeter in der Breite, der Radstand beträgt 3.025 Millimeter. Damit positioniert sich das Modell nah am Xiaomi SU7, der auf 4.997 Millimeter Länge und 3.000 Millimeter Radstand kommt. Beide Antriebsversionen des Z9S nutzen einen Synchronmotor aus eigener BYD-Fertigung und erreichen 250 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die schwächere Version leistet 320 Kilowatt, die stärkere 370 Kilowatt.

Der Zeitpunkt passt zu einer breiteren Produktoffensive der Marke. Denza lieferte im Juni 20.352 Fahrzeuge aus — ein Plus von knapp 29 Prozent zum Vorjahr und ein neuer Monatsrekord. Im ersten Halbjahr insgesamt liegt die Marke mit 66.541 Einheiten aber noch 16,65 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zusätzlich meldete Denza diese Woche eine reine Elektroversion des SUV-Modells N8 an. Der Elektro-Supercar Denza Z feierte zudem sein Europadebüt beim Goodwood Festival of Speed.

Aktie bleibt unter Druck

Die operative Dynamik zeigt sich im Kurs bislang kaum. Die in Hongkong notierten H-Aktien von BYD schlossen am Freitag bei 9,58 Euro, ein Plus von 3,01 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 12,55 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Rückgang von 26,87 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,80 Euro aus dem Juli 2025 trennen die Aktie noch 35,27 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 8,03 Euro, erreicht Ende Juni, beträgt der Puffer 19,29 Prozent. Der Kurs notiert 1,81 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und 10,44 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,70 Euro. Der RSI von 55,8 signalisiert ein technisch neutrales Bild — weder überkauft noch überverkauft.

Der Masdar-Auftrag und die Denza-Anmeldung zeigen die doppelte Strategie des Konzerns: Diversifikation ins Energiespeichergeschäft bei gleichzeitigem Ausbau der Premium-Modellpalette im Inland. Beide Entwicklungen fallen in eine Phase mit stark wachsendem Exportgeschäft, während der Heimatmarkt schwächelt — eine Kombination, die den Kurs 2026 bereits mehrfach kurzfristig bewegt hat, ohne den langfristigen Abwärtstrend zu brechen. Weitere Zulassungsmeldungen zu neuen Denza- und BYD-Modellen sowie zusätzliche Auslandsaufträge im Speichergeschäft dürften in den kommenden Wochen die nächsten Kurstreiber liefern.

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Diskussion zu BYD

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.