Starke globale Expansion, schwache Kurse. Bei BYD klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der chinesische Elektroauto-Konzern baut seine lokale Produktion massiv aus. Die Aktie rutscht derweil auf ein neues Jahrestief zu.
Milliarden-Wette in Brasilien
Der Fokus rückt auf Südamerika. BYD bereitet in Brasilien Investitionen von rund 100 Millionen US-Dollar vor. Das Geld fließt in große Batteriespeichersysteme für das nationale Stromnetz. Damit reagiert der Konzern auf Schwankungen bei Solar- und Windenergie.
Parallel dazu treibt BYD die Fahrzeugproduktion vor Ort an. Bis Anfang 2027 sollen in Brasilien gebaute Autos zur Hälfte aus lokalen Teilen bestehen. Diese Pläne ergänzen ein bereits laufendes Milliardenprojekt am Standort Camaçari. Zusätzliche Millionen fließen in Batterie-Produktionslinien für Busse.
Zölle erzwingen Umbau
Auch in Europa ändert BYD seine Strategie. Der Konzern sucht nach einer bestehenden Fabrik in Südeuropa. Spanien steht dabei auf der engeren Auswahlliste. Ein geplantes Werk in der Türkei liegt dagegen auf Eis.
Priorität hat nun die erste europäische Pkw-Fabrik in Ungarn. Sie soll im vierten Quartal die Produktion aufnehmen. Das Ziel: BYD will neue EU-Zölle auf chinesische Elektroautos umgehen. Lokale Fertigung schützt vor diesen Abgaben.
Aktie unter Druck
Die Investoren honorieren diese Strategie bisher nicht. Am Freitag schloss die Aktie bei 8,88 Euro. Damit notiert das Papier hauchdünn über seinem Jahrestief. Seit Januar verlor der Titel rund 19 Prozent an Wert.
Das charttechnische Bild bleibt düster. Der Kurs notiert weit unter allen wichtigen Durchschnittslinien. Ein RSI-Wert von 25 signalisiert einen massiven Ausverkauf. Die Anleger bleiben extrem vorsichtig.
Die Diskrepanz ist offensichtlich. Operativ baut BYD ein globales Netz aus Fabriken und Speichern auf. An der Börse zählt jedoch nur die Marge. Solange die teure Expansion keine messbaren Gewinne abwirft, bleibt die Unterstützung bei 8,82 Euro die wichtigste Haltelinie für die Aktie.
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