Broadcom meldet sich am Mittwoch, den 4. März 2026, nach Börsenschluss mit seinen Quartalszahlen zurück – und die Erwartungen sind hoch. Während Analysten mit einem deutlichen Umsatzplus rechnen, steht vor allem eine Frage im Raum: Kann der Chip-Konzern die ambitionierten Prognosen beim KI-Geschäft tatsächlich einlösen?
Telco-Cloud-Offensive auf dem Mobile World Congress
Parallel zu den anstehenden Zahlen sorgt Broadcom auf dem Mobile World Congress in Barcelona für Aufsehen. Das Unternehmen stellte die VMware Telco Cloud Platform 9 vor – eine Private-Cloud-Lösung für Telekommunikationsanbieter, die Effizienz und Kosteneinsparungen verspricht.
Die Plattform basiert auf VMware Cloud Foundation 9 und soll Mobilfunknetzbetreibern helfen, sowohl 4G/5G-Netzfunktionen als auch KI-Workloads auf einer gemeinsamen Infrastruktur zu betreiben. Laut Broadcom lassen sich damit über fünf Jahre hinweg die Gesamtbetriebskosten um 40 Prozent senken – verglichen mit separaten Architekturen. Auch der Stromverbrauch soll um 25 bis 30 Prozent zurückgehen.
Ein Schwerpunkt liegt auf Sovereign-Cloud-Funktionen: Telekommunikationsanbieter sollen Kundendaten innerhalb nationaler Grenzen halten und volle Kontrolle über Verschlüsselungsschlüssel behalten können. Geplant sind zudem KI-Tools wie Model Store und Vector Databases, mit denen Betreiber eigene KI-Dienste anbieten können.
KI-Geschäft als Kurstreiber
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 rechnet Broadcom mit einem Konzernumsatz von rund 19,1 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das KI-Halbleitergeschäft soll sich auf 8,2 Milliarden US-Dollar verdoppeln, getrieben von maßgeschneiderten KI-Beschleunigern und Ethernet-Switches für KI-Rechenzentren.
Der Auftragsbestand im KI-Bereich summiert sich mittlerweile auf über 73 Milliarden US-Dollar – nahezu die Hälfte des gesamten Auftragsbuchs von 162 Milliarden US-Dollar. Allein von Anthropic sicherte sich Broadcom Bestellungen über 21 Milliarden US-Dollar für TPU-Racks, die zwischen 2025 und 2026 ausgeliefert werden sollen.
Analysten wie Harlan Sur von JPMorgan rechnen damit, dass das KI-Geschäft im ersten Quartal sogar neun Milliarden US-Dollar überschreiten könnte. Für das zweite Quartal prognostiziert er bereits zehn bis elf Milliarden US-Dollar.
Margendruck durch KI-Mix
Trotz des robusten Wachstums gibt es eine Kehrseite: Broadcom hat angekündigt, dass die Bruttomarge im ersten Quartal um etwa 100 Basispunkte sinken wird. Der Grund ist der wachsende Anteil des KI-Geschäfts, das niedrigere Margen erzielt als traditionelle Halbleitersparten. Im Vorquartal lag die Bruttomarge noch bei knapp 78 Prozent – einer der höchsten Werte unter den großen US-Chip-Herstellern.
Ausblick: Wird die Prognose erfüllt?
Die Messlatte liegt hoch: Broadcom hat in den vergangenen neun Quartalen stets die Analystenerwartungen übertroffen. Für das erste Quartal liegt die Konsensschätzung beim Gewinn je Aktie bei 2,02 US-Dollar – ein Anstieg von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 96 Prozent der Analysten bewerten die Aktie positiv, und auch Prediction Markets rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von 93,5 Prozent mit besseren Zahlen als erwartet.
Mit dem Telco-Cloud-Vorstoß und dem massiven KI-Auftragspolster hat Broadcom die Weichen gestellt. Ob der Konzern die eigenen Prognosen erfüllt und die Markterwartungen bestätigt, zeigt sich am Abend des 4. März nach US-Börsenschluss.
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