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Symbolbild, KI-generiert

Broadcom Aktie: Sechs Kunden im Custom-Chip-Geschäft

Trotz Verdopplung der Großkunden im Custom-Chip-Geschäft leidet die Broadcom-Aktie unter Zinsängsten und Wettbewerbsdruck.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kundenkreis von drei auf sechs erweitert
  • Zinsangst belastet Tech-Werte schwer
  • KI-Umsatz wächst um 143 Prozent
  • Neue Konkurrenz durch Anthropic-Chips

Drei neue Großkunden binnen kurzer Zeit — und trotzdem verliert die Aktie an Boden. Broadcom hat seinen Kreis der sogenannten Hyperscaler-Kunden im Custom-Chip-Geschäft von drei auf sechs verdoppelt. Der Markt honoriert das derzeit nicht.

Mehr Kunden, mehr Marktmacht

Google, Meta und ByteDance zählen laut aktuellen Berichten vom 5. Juli zu den zentralen Partnern, die Broadcoms kundenspezifische ASIC-Technologie nutzen. Diese Chips werden speziell für die Anforderungen einzelner Konzerne entwickelt, anders als Standard-Prozessoren von der Stange.

Die Erweiterung folgt auf die vielbeachtete Vorstellung des Chips „Jalapeño“. Broadcom hat ihn gemeinsam mit OpenAI für Inferenz-Workloads entwickelt, also für die Rechenlast, die beim Anwenden bereits trainierter KI-Modelle entsteht.

Branchenanalysten trauen Broadcom nun bis 2027 einen Marktanteil von bis zu 60 Prozent im Custom-ASIC-Segment zu. Die Basis dafür bilden langfristige Verträge. Die bestehende TPU-Vereinbarung mit Google etwa läuft bis 2031.

Der Zinsschock bremst die Rally

Trotz der Kundenexpansion schloss die Broadcom-Aktie am Freitag bei 325,95 Euro. Ein robuster US-Arbeitsmarktbericht vom 5. Juli hat die Sorge vor weiteren Zinsschritten der Federal Reserve neu entfacht.

Die Folge: Der technologielastige Nasdaq 100 fiel um 1,61 Prozent. Der Halbleiterindex Philadelphia Semiconductor Index (SOXX) verlor sogar 5 Prozent. Terminmärkte preisen inzwischen eine Zinserhöhung noch vor Dezember ein — für hoch bewertete Tech-Werte ein ungünstiges Signal.

Broadcom selbst notiert 24,13 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 429,60 Euro, erreicht Anfang Juni. Auf Monatssicht steht ein Minus von 3,21 Prozent zu Buche, während die Aktie binnen zwölf Monaten dennoch um 39,27 Prozent zugelegt hat.

Neue Konkurrenz, alte Sorgen

Der Wettbewerb um kundenspezifische KI-Chips verschärft sich. Berichten vom 3. Juli zufolge arbeitet Anthropic bereits an eigenen KI-Chips und sucht dafür offenbar eine Fertigungspartnerschaft mit Samsung.

Hinzu kommen Sorgen vor Überkapazitäten im asiatischen KI-Chip-Markt. Besonders südkoreanische Hersteller wie Samsung und SK Hynix stehen deshalb unter Beobachtung — die Verunsicherung strahlt auf die gesamte Lieferkette aus.

Charttechnik zeigt neutrales Bild

Der aktuelle Kurs von 325,95 Euro liegt knapp über dem 100-Tage-Durchschnitt von 321,40 Euro und rund 4,7 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 311,34 Euro. Zum 50-Tage-Durchschnitt bei 352,00 Euro fehlen dagegen 7,4 Prozent.

Der 14-Tage-RSI notiert bei 44,5 Punkten — neutrales Terrain, weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von gut 63 Prozent zeigt, wie nervös der Markt die Aktie aktuell handelt.

Fundamental bleibt ein Zahlenwert im Fokus: Der Umsatz mit KI-Halbleitern ist im jüngsten Geschäftsquartal um 143 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesprungen. Institutionelle Investoren dürften genau dieses Wachstum gegen die makroökonomischen Risiken abwägen, wenn im Rahmen der kommenden Quartalszahlen die nächste Positionierung ansteht.

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