Broadcom baut die Infrastruktur für KI-Rechenzentren gerade grundlegend um — mit neuen Chips und einem Branchenstandard, hinter dem Namen wie Nvidia, Meta und OpenAI stehen. Die Ankündigungen der vergangenen Woche zeigen, wo das Unternehmen seinen nächsten Wachstumsschwerpunkt sieht: in der optischen Vernetzung von KI-Clustern.
Taurus und Tomahawk 6: Mehr Durchsatz, weniger Engpässe
Das Kernproblem ist bekannt: Je größer die KI-Cluster werden, desto mehr geraten die Verbindungen zwischen den Chips zum Flaschenhals. Broadcom adressiert das mit zwei Produkten gleichzeitig.
Der neue optische DSP Taurus BCM83640 verdoppelt den Datendurchsatz auf 400 Gigabit pro Lane. Ein einzelner 1RU-Switch auf Basis dieser Technologie erreicht damit eine Schaltkapazität von 102,4 Terabit — und legt gleichzeitig die Grundlage für künftige 3,2T-Transceiver. Parallel dazu liefert Broadcom seinen Ethernet-Switch Tomahawk 6 jetzt in Serienproduktion aus. Ein einzelner Chip kann bis zu 512 Beschleuniger direkt verbinden; Netzwerke mit 128.000 XPUs benötigen lediglich zwei Switch-Ebenen. Bemerkenswert ist die Entwicklungsgeschwindigkeit: Vom ersten Muster bis zur Produktionsreife vergingen weniger als drei Quartale.
Ein Konsortium mit Gewicht
Flankiert werden die Hardware-Launches von einem strategischen Schritt auf Branchenebene. Am 12. März 2026 gründeten AMD, Broadcom, Meta, Microsoft, Nvidia und OpenAI gemeinsam die Optical Compute Interconnect Multi-Source Agreement Group (OCI MSA). Ziel ist ein offener Standard für optische Scale-up-Architekturen, der Kupferverbindungen in KI-Racks ablösen soll.
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Das Konsortium entwickelt eine gemeinsame optische Physikalschicht und einheitliche Komponenten — kompatibel mit UALink (AMD und Broadcom) sowie NVLink (Nvidia). Ein solcher Standard senkt Integrationsrisiken, verkürzt Entwicklungszyklen und gibt der gesamten Lieferkette eine planbare Roadmap. Für Broadcom bedeutet die Mitgründerrolle eine strukturelle Verankerung in einem Markt, der gerade erst entsteht.
Finanzielles Fundament
Die Produktoffensive kommt aus einer Position der Stärke. Im ersten Quartal erzielte Broadcom einen Rekordumsatz von 19,3 Milliarden Dollar — ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der KI-Umsatz allein wuchs um 106 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar und übertraf damit die eigene Prognose. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen einen weiteren Anstieg des KI-Halbleiterumsatzes auf 10,7 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 140 Prozent entspräche. Der Vorstand genehmigte zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm über 10 Milliarden Dollar bis Ende 2026.
Analysten von Rosenblatt, Truist, JPMorgan, Citi und weiteren Häusern haben ihre Kursziele zuletzt angehoben. Als Risiken nennen sie die Abhängigkeit von wenigen Großkunden im KI-Bereich, die laufende VMware-Integration sowie eine Schuldenlast von über 66 Milliarden Dollar. Die Aktie notiert aktuell rund 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 353,15 Euro — trotz eines starken Jahresanstiegs von über 50 Prozent. Die Massenproduktion der neuen Switch-Systeme ist für Ende 2026 geplant; dann wird sich zeigen, ob die technologische Führungsposition auch in Marktanteile übersetzt werden kann.
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