Der lukrative Markt für KI-Rechenzentren wird zum Schauplatz eines neuen Duells. Cisco greift Broadcom ausgerechnet dort an, wo aktuell besonders viel Geld hinfließt: bei schnellen Netzwerkchips für riesige Data Center. Wie ernst ist dieser Angriff – und was spricht trotzdem weiter für Broadcoms Rückenwind?
Cisco greift Tomahawk an
Cisco hat am Dienstag den Switch-Chip Silicon One G300 vorgestellt – samt Router, der den Datentransfer in großen Rechenzentren beschleunigen soll. Damit zielt Cisco direkt auf Broadcoms „Tomahawk“-Serie, die in diesem Segment bisher zu den prägenden Produkten zählt.
Der Haken für Broadcom: Cisco erhöht den Wettbewerbsdruck genau in einem Bereich, der sich im KI-Boom zur Schlüssel-Infrastruktur entwickelt hat. Denn bei KI geht es nicht nur um Rechenleistung, sondern auch darum, Daten extrem schnell zwischen Tausenden Chips zu bewegen.
Wichtige Eckpunkte aus der Ankündigung:
– Marktstart: Auslieferung in der zweiten Jahreshälfte 2026
– Fertigung: 3-Nanometer-Technologie bei TSMC
– Leistungsversprechen: KI-Workloads sollen laut Cisco bis zu 28% schneller fertig werden, weil Daten bei Netzwerkproblemen innerhalb von Mikrosekunden automatisch umgeleitet werden
Cisco will damit einen Teil des von Reuters beschriebenen KI-Infrastruktur-Investitionsbooms adressieren.
Warum der Rückenwind für Broadcom bleibt
Trotz des neuen Gegenspielers kommt Broadcom nicht aus dem Nichts unter Druck. Im Gegenteil: Die großen Cloud-Anbieter planen weiter mit sehr hohen Investitionen – und genau diese Hyperscaler-Ausgaben sind ein zentraler Treiber für den Bedarf an KI- und Netzwerkchips.
Laut Berichten vom 8. Februar:
– Alphabet (Google) stellte für 2026 175 bis 185 Mrd. USD CapEx in Aussicht – rund 97% mehr als 2025 (91,4 Mrd. USD).
– Meta erwartet 2026 115 bis 135 Mrd. USD CapEx und liegt damit über den Analystenerwartungen von rund 110 Mrd. USD.
Gerade diese zwei Namen sind für Broadcom relevant: Google gilt als größter bekannter Chip-Partner, unter anderem über die gemeinsame Entwicklung der TPUs (7. Generation). Bei Meta geht es um den MTIA-Beschleuniger, den Broadcom mitentwickelt – und der laut Bericht nicht mehr nur für Inferenz, sondern zunehmend auch fürs Training eingesetzt werden soll. Das deutet auf wachsende Stückzahlen und anspruchsvollere Anforderungen hin.
Aktie: Volatil, Fokus auf März
Die Aktie zeigte zuletzt spürbare Schwankungen. Am Montag ging sie bei 329,68 USD aus dem Handel, aktuell liegt der Kurs bei 345,80 USD.
Der nächste konkrete Prüfstein steht bereits fest: Am 4. März 2026 legt Broadcom die nächsten Zahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob der Hyperscaler-Boom weiterhin stark genug durchschlägt – und wie der Markt den frisch aufflammenden Konkurrenzkampf im KI-Netzwerkgeschäft einpreist.
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