Broadcom liefert der Halbleiterbranche gerade das, was viele sehen wollen: harte Zahlen, die den KI-Boom nicht nur bestätigen, sondern beschleunigen. Entscheidend war dabei nicht nur das Rekordquartal, sondern vor allem der Ausblick von CEO Hock Tan – und der setzt im Markt neue Maßstäbe. Was steckt hinter der Dynamik, und wie belastbar ist sie?
Rekordquartal über Erwartungen
Im ersten Geschäftsquartal übertraf Broadcom die Erwartungen der Wall Street bei Umsatz und Gewinn. Der Konzern profitierte dabei klar von der anhaltend hohen Nachfrage nach KI-Hardware. Auffällig stark entwickelte sich auch die Profitabilität: Das bereinigte EBITDA stieg im Jahresvergleich um 30% auf den Rekordwert von 13,1 Mrd. US-Dollar – das entsprach 68% des Umsatzes.
Auch beim Cashflow zeigte das Quartal viel Substanz. Aus dem operativen Geschäft flossen 8,26 Mrd. US-Dollar, nach Investitionen von 250 Mio. US-Dollar blieb ein Free Cashflow von rund 8,01 Mrd. US-Dollar.
KI-Umsatz verdoppelt sich – fast die Hälfte des Geschäfts
Der zentrale Treiber war das KI-Geschäft. Die KI-bezogenen Erlöse erreichten 8,4 Mrd. US-Dollar und legten damit um 106% gegenüber dem Vorjahr zu. Damit kamen 44% des Gesamtumsatzes inzwischen aus KI.
Im Halbleitersegment beschleunigte sich das Wachstum auf 52% (nach 35% im Vorquartal) – erneut vor allem wegen KI-Chips. Zusätzlich wuchs das Networking-Geschäft für KI-Infrastruktur um 60% und machte etwa ein Drittel der KI-Umsätze aus. Unterm Strich: Broadcom profitiert nicht nur von Rechenleistung, sondern auch von den „Datenautobahnen“, die moderne KI-Systeme brauchen.
Tan setzt die Messlatte hoch – und der Ausblick überzeugt
Für Aufmerksamkeit sorgte CEO Hock Tan mit einer klaren Zielmarke: Broadcom habe Sicht darauf, 2027 mit KI-Chips allein mehr als 100 Mrd. US-Dollar Umsatz zu erreichen. Er unterfütterte das mit konkreten Einsatzszenarien bei Großkunden – etwa hohen Chip-Kapazitäten für Google-TPUs im Umfeld von Anthropic sowie geplanten Rollouts bei OpenAI.
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Gleichzeitig stellte Tan in Aussicht, dass Broadcom auch vom Meta-Programm für eigene Beschleunigerchips profitieren dürfte – trotz bestehender Zweifel von Analysten an der langfristigen Ausrichtung dieses Ansatzes. Zudem belieferte Broadcom zwei weitere große Kunden mit Custom-AI-Chips, deren Auslieferungen bis 2027 voraussichtlich mehr als doppelt so hoch ausfallen sollen; jüngst kam zudem ein sechster großer Partner hinzu.
Der Blick nach vorn fiel ebenfalls deutlich aus: Für Q2 peilt Broadcom rund 22 Mrd. US-Dollar Umsatz an und liegt damit klar über dem Konsens. Im Halbleiterbereich sollen 14,8 Mrd. US-Dollar umgesetzt werden; KI-Chips sollen den Großteil des Wachstums liefern, mit einem erwarteten Plus von 140% auf 10,7 Mrd. US-Dollar.
Aktienrückkäufe und Dividende: Viel Geld zurück an Aktionäre
Parallel zu den starken Zahlen kündigte Broadcom zusätzliche Kapitalrückflüsse an. Der Vorstand genehmigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über 10 Mrd. US-Dollar bis zum 31. Dezember 2026. Außerdem wurde eine Quartalsdividende von 0,65 US-Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 31. März 2026 (Stichtag: 23. März 2026).
Im ersten Quartal flossen insgesamt 10,9 Mrd. US-Dollar an die Aktionäre zurück – 3,1 Mrd. US-Dollar über Dividenden und 7,8 Mrd. US-Dollar über Rückkäufe.
Auch an der Börse blieb die Entwicklung zuletzt freundlich: Auf Wochensicht liegt die Aktie mit +5,16% im Plus.
Zum nächsten wichtigen Termin wird es am 4. Juni 2026 wieder konkret: Dann legt Broadcom den nächsten Quartalsbericht vor – und der wird zeigen müssen, ob das hohe Q2-Tempo und die KI-Dynamik tatsächlich so durchlaufen, wie es der Ausblick nahelegt.
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