Starke Zahlen, schwache Kurse. Bei Broadcom klaffen operative Realität und Marktstimmung derzeit auseinander. Investoren nehmen im großen Stil Gewinne bei KI-Werten mit. Die Aktie verlor auf Monatssicht rund 15 Prozent.
Am Montag kletterte der Kurs leicht auf 325,30 Euro. Dennoch notiert das Papier deutlich unter seinem Jahreshoch. Der breite Abverkauf im Halbleitersektor drückt die Bewertung. An den Fundamentaldaten liegt das kaum.
Milliarden-Wachstum mit Spezialchips
Das Geschäft mit maßgeschneiderten KI-Chips brummt. Tech-Giganten wie Google, Meta und Anthropic bestellen diese sogenannten XPUs massenhaft. Im zweiten Geschäftsquartal 2026 sprang der KI-Umsatz um 143 Prozent nach oben. Er erreichte 10,8 Milliarden US-Dollar.
Das Management rechnet mit einer weiteren Beschleunigung. Für das dritte Quartal peilt Broadcom einen KI-Umsatz von 16 Milliarden Dollar an. Langfristig erwartet der Konzern in diesem Segment Erlöse von über 100 Milliarden Dollar.
Neue Allianz mit OpenAI
Eine neue strategische Partnerschaft untermauert diese Prognosen. Broadcom entwickelt gemeinsam mit OpenAI einen speziellen KI-Beschleuniger namens „Jalapeño“. Dieser Chip ist für die Anwendung großer Sprachmodelle optimiert. Er soll die enormen Betriebskosten der KI-Systeme senken.
Der Einsatz der neuen Technologie ist für Ende 2026 geplant. Broadcom übernimmt dabei die Chip-Implementierung und die Systemintegration. Große Adressen nutzen die aktuelle Kursschwäche bereits zum Einstieg. So stockte Apella Capital seine Position im ersten Quartal um fast 36 Prozent auf.
Die operative Pipeline ist prall gefüllt. Nun bewertet der Markt die hohen Multiples der Aktie neu. Die Marke von 353,98 Euro rückt dabei in den Blick. Dort verläuft aktuell die 50-Tage-Linie als nächster wichtiger Widerstand.
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