Google plant offenbar, seinen Chip-Lieferanten-Kreis zu erweitern — und das drückt kurz auf die Stimmung bei Broadcom-Aktionären. Berichte über Gespräche zwischen Google und Marvell Technology über zwei neue KI-Chips ließen die Broadcom-Aktie am Montag um knapp 2 Prozent nachgeben. Der Kurs schloss bei 338,90 Euro.
Das Bild ist allerdings komplizierter als die Schlagzeile vermuten lässt.
Kein Rückzug, sondern Erweiterung
Broadcom und Google haben erst vor wenigen Tagen einen Langzeitvertrag bis 2031 bekräftigt. Er umfasst Design und Lieferung von Tensor Processing Units sowie Netzwerkkomponenten. Marvell soll nun offenbar ergänzend eingebunden werden — für eine neue TPU-Variante und eine Speicherverarbeitungseinheit. Googles Lieferkette für KI-Chips umfasst bereits Broadcom für Hochleistungsvarianten, MediaTek für kostengünstigere Versionen und TSMC als Fertiger. Marvell wäre ein weiterer Baustein, kein Ersatz.
JPMorgan warnte ausdrücklich davor, die Berichte überzubewerten. Bestätigte Produktionsaufträge gibt es bislang nicht.
Marvell holt auf — aber Broadcom dominiert
Marvell legte am Montag knapp 6 Prozent zu. Das Unternehmen hat in den vergangenen Wochen Fahrt aufgenommen: Die Aktie stieg im April um fast 50 Prozent. Im März kündigte Nvidia eine milliardenschwere Investition in Marvell an. Das Custom-Silicon-Geschäft läuft mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 1,5 Milliarden Dollar — mit Kunden wie Amazon, Microsoft und Meta.
Broadcom steht trotzdem auf einem anderen Niveau. Der Konzern hält über 70 Prozent Marktanteil bei KI-Beschleunigern. Der KI-Umsatz lag im letzten Quartal bei 8,4 Milliarden Dollar — ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das laufende Quartal peilt das Unternehmen 10,7 Milliarden Dollar an. Das KI-Auftragspolster übersteigt 73 Milliarden Dollar.
Starke Zahlen, starkes Momentum
Hinzu kommt die jüngste Vertragsverlängerung mit Meta. Der Konzern zahlt Broadcom für KI-Chip-Design und verwandte Dienste — allein im vergangenen Jahr waren es 2,3 Milliarden Dollar.
Die Broadcom-Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Seit Jahresbeginn liegt sie rund 14 Prozent im Plus. Der RSI von 70 zeigt, dass die Aktie technisch in überkauftem Terrain notiert — ein Hinweis, dass kurzfristige Rücksetzer möglich sind.
Für das kommende Quartal erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 2,40 Dollar, ein Wachstum von rund 52 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Quartalsumsatz soll auf 22 Milliarden Dollar steigen. Ob Google seinen Chip-Bedarf künftig breiter streut oder Broadcom als Kernpartner behält, wird sich spätestens bei den nächsten Quartalszahlen im Sommer zeigen — wenn die Auftragslage konkreter wird.
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