Ein Fünftel seines Umsatzes verdankt Broadcom einem einzigen Kunden: Apple. Am Montag hat der Chiphersteller in einer Pflichtmitteilung bekanntgegeben, diese Partnerschaft bis ins Jahr 2031 zu verlängern. Die Nachricht kam an der Börse gut an.
Neue Mehrjahresverträge für Custom-Chips
Broadcom und Apple erweitern ihre langjährige Zusammenarbeit durch neue Mehrjahresverträge. Der Chiphersteller soll darin kundenspezifische ASIC-Chips für mehrere künftige Apple-Produktgenerationen entwickeln und liefern. Das geht aus der SEC-Meldung vom Montag hervor.
Konkret geht es um RF-Komponenten und Konnektivitäts-Chips, wie sie etwa für WLAN und Bluetooth gebraucht werden. Apple hat in den vergangenen Jahren immer mehr Chipdesign ins eigene Haus geholt. Die M-Serie für Mac und iPad entwickelt der Konzern längst selbst, zuletzt kam ein eigenes Mobilfunkmodem hinzu.
Bei drahtloser Konnektivität bleibt Apple aber auf Broadcom angewiesen. Die neue Vereinbarung baut auf einem Deal aus dem Jahr 2023 auf. Damals hatten beide Unternehmen eine milliardenschwere Abmachung für 5G-RF-Komponenten geschlossen.
Kurs reagiert deutlich
Die Aktie sprang am Ankündigungstag im vorbörslichen Handel um bis zu fast fünf Prozent nach oben. Aktuell notiert das Papier bei 331,70 Euro, ein Plus von 1,76 Prozent zum Freitagsschluss von 325,95 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Gewinn von 1,80 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 11,82 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 429,60 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, ist die Aktie mit einem Abstand von 22,79 Prozent aber noch deutlich entfernt. Der 50-Tage-Durchschnitt von 351,50 Euro liegt oberhalb des aktuellen Kurses. Die 100- und 200-Tage-Linien bei 321,83 Euro und 311,55 Euro liegen darunter — ein Bild, das zu einer Konsolidierung nach der starken Frühjahrsrally passt.
Der RSI von 47,1 zeigt neutrales Terrain, weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 63,29 Prozent verrät allerdings: Ruhig war es zuletzt nicht.
Kundenkonzentration als Dauerthema
Apple steht für rund 20 Prozent des Jahresumsatzes von Broadcom. Genau das macht die Verlängerung bis 2031 strategisch bedeutsam. Analysten werten sie als Signal, dass ein zentrales Risiko für Investoren erst einmal vom Tisch ist: die Sorge, Apple könnte noch mehr Chipdesign selbst übernehmen und Broadcom Umsatz entziehen.
Ganz verschwunden ist dieses Risiko nicht. Sollte Apple künftig mehr Wireless- und Custom-Silicon-Arbeit ins eigene Haus verlagern oder an andere Zulieferer vergeben, würde das den Broadcom-Anteil an Apple-Chips schmälern. Für die kommenden Jahre gibt der neue Vertrag dem Unternehmen aber klare Planungssicherheit bei einem seiner größten Kunden.
Parallel zum Apple-Geschäft baut Broadcom sein Standbein im Bereich KI-Chips aus. Der Konzern arbeitet mit Alphabet und Meta an spezialisierten KI-Prozessoren. Diese Kombination — verlässliche Apple-Bestellungen plus wachsende Nachfrage nach KI-Chips — gilt am Markt als Basis für den Optimismus rund um die Aktie.
Der bis 2031 laufende Vertrag mit Apple gibt Broadcom nun Sichtbarkeit über einen der größten Kundenbeziehungen des Unternehmens, während Investoren die Breite der Umsatzbasis zwischen Smartphones, Netzwerktechnik und KI-Infrastruktur weiter genau beobachten.
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