Broadcom legt zwei starke Handelstage hin. Am Mittwoch und Donnerstag klettert die Aktie um jeweils mehr als 4 Prozent. Der Auslöser: Details zu einer erweiterten, mehrjährigen Vereinbarung mit Apple im Wert von über 30 Milliarden Dollar.
Kern des Deals ist eine Investition von 1,5 Milliarden Dollar. Damit modernisiert Broadcom sein Werk in Fort Collins, Colorado. Ziel ist der Ausbau der Chip-Fertigung in den USA.
Fort Collins wird zum Produktionszentrum
Der Vertrag läuft bis 2031. Er sichert die Fertigung von mehr als 15 Milliarden Chips made in USA. Fort Collins produziert vor allem FBAR-Filter – zentrale Bauteile für drahtlose Verbindungen und 5G/6G-Funktechnik.
Der Deal geht aber über klassische RF-Komponenten hinaus. Broadcom und Apple entwickeln gemeinsam den maßgeschneiderten Chip „Baltra“. Dieser ASIC soll drahtlose Funktionen und Funktechnik in einem einzigen Baustein bündeln. Für Apple sinkt damit die Abhängigkeit von externen Zulieferern – über mehrere Gerätegenerationen hinweg.
Bewertungssorgen treffen auf prallen KI-Auftragsbestand
Die Rally kommt nach einer Phase mit Gegenwind. Am 7. Juli stufte Erste-Group-Analyst Hans Engel die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ zurück. Sein Hauptargument: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt über 23 – ein Wert, der auf eine späte Zyklusphase mit hoher Bewertung hindeutet.
Der breitere Ausblick für Broadcom bleibt dennoch stark. Der Konzern sitzt auf einem KI-Chip-Auftragsbestand von rund 73 Milliarden Dollar. Im zweiten Geschäftsquartal erzielte Broadcom mit kundenspezifischen KI-Chips einen Umsatz von 10,8 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 143 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Kurs auf Rekordniveau, Marktkapitalisierung nähert sich 1,8 Billionen Dollar
Am 8. Juli schloss die Aktie bei 385,74 Dollar. Das Tagesplus lag bei 4,03 Prozent, die Marktkapitalisierung stieg auf etwa 1,8 Billionen Dollar. Trotz Schwankungen im laufenden Jahr profitiert Broadcom von einem klaren Trend: Apple verlagert Fertigung zurück in die USA. Das American Manufacturing Program des Konzerns zielt auf Investitionen von 600 Milliarden Dollar im Inland.
CEO Hock Tan hat bereits ein ambitioniertes Ziel formuliert. Bis 2027 soll der jährliche Umsatz mit KI-Halbleitern die Marke von 100 Milliarden Dollar überschreiten. Getragen wird dieses Wachstum von mehreren ASIC-Projekten gleichzeitig – darunter ein maßgeschneiderter Inferenz-Prozessor für OpenAI und nun die Apple-Roadmap.
Für das kommende Geschäftsjahr rechnet Broadcom mit einem Gesamtumsatz von 172 Milliarden Dollar. Das entspräche einem Wachstum von 62 Prozent. Ob die Bewertung diesem Tempo standhält, bleibt zwischen Analysten umstritten – der Auftragsbestand allein liefert dafür bereits eine deutliche Untermauerung.
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