Broadcom geht mit kräftigem Rückenwind in die verkürzte Handelswoche. Mehrere große Investmentbanken haben ihr Votum in den vergangenen Tagen angehoben oder bekräftigt – fast alle mit Verweis auf das starke Wachstum im KI-Halbleitergeschäft und die prall gefüllte Auftragslage.
Wells Fargo dreht auf „Overweight“
Wells Fargo stufte die Aktie am 15. Januar von „Equal-weight“ auf „Overweight“ hoch und erhöhte das Kursziel von 410 auf 430 US‑Dollar. Begründung: die jüngste Kurskonsolidierung und die Erwartung zusätzlicher Kurstreiber bis 2026.
Die Bank schraubte ihre Schätzungen deutlich nach oben:
- Erwarteter Umsatz 2026: 100,3 Mrd. US‑Dollar (zuvor 97,0 Mrd.)
- Erwartetes EPS 2026: 10,80 US‑Dollar (zuvor 10,36 US‑Dollar)
- Erwarteter Umsatz 2027: 143,8 Mrd. US‑Dollar
- Erwartetes EPS 2027: 15,35 US‑Dollar
Treiber sind vor allem deutlich höhere Annahmen für das KI-Halbleitergeschäft. Für 2026 rechnet Wells Fargo hier mit 52,6 Mrd. US‑Dollar Umsatz, ein Plus von 116 % gegenüber dem Vorjahr. 2027 sollen die KI-Erlöse auf 93,4 Mrd. US‑Dollar steigen, was einem Zuwachs von 78 % entsprechen würde.
Zusätzlich erwartet die Bank für die Sparte Infrastructure Software im Geschäftsjahr 2026 ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Broadcom war demnach mit einem Auftragsbestand von rund 73 Mrd. US‑Dollar in diesem Segment aus dem Geschäftsjahr 2025 gegangen.
Breite Unterstützung von der Wall Street
Die Neubewertung durch Wells Fargo ist Teil einer ganzen Serie positiver Analystenkommentare der vergangenen zwei Wochen:
Bernstein-Analyst Stacy Rasgon bestätigte am 9. Januar sein „Outperform“-Rating mit Kursziel 475 US‑Dollar. Nach einem Treffen mit dem Chef der Halbleitersparte auf der CES in Las Vegas bewertet er Sorgen über stärkere Konkurrenz und kundeneigene Chip-Entwicklungstools als „stark übertrieben“ und hält Broadcom im ASIC-Segment kurzfristig für kaum angreifbar.
Mizuho zählte Broadcom am 11. Januar zu seinen drei Top-Halbleiterwerten für 2026. Das Kursziel wurde von 450 auf 480 US‑Dollar angehoben, das Rating „Outperform“ bekräftigt.
Goldman Sachs nahm Broadcom am 5. Januar in die US Conviction List auf, beließ es beim Rating „Buy“ und einem Kursziel von 450 US‑Dollar. Hervorgehoben wurde die „dominante“ Stellung im Bereich Enterprise-Networking-Silizium.
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Citi bestätigte am 15. Januar die Einstufung „Buy“ mit Kursziel 480 US‑Dollar und verwies auf die dynamisch wachsenden KI-Umsätze.
KeyBanc erneuerte am 12. Januar sein „Buy“-Votum und nennt ein Kursziel von 500 US‑Dollar.
KI-Chips für Google als Wachstumsmotor
Ein zentraler Punkt im positiven Szenario ist die Partnerschaft mit Google bei Tensor Processing Units (TPUs), spezialisierten KI-Beschleunigern. Laut Bernstein-Analyst Rasgon stellte das Management in Aussicht, dass die Auslieferungen der TPU-Generation v7 („Ironwood“) von einigen Hunderttausend Einheiten im Jahr 2025 auf „viele, viele Millionen“ Einheiten im Jahr 2026 steigen sollen.
Für TPU v8 erwartet Broadcom demnach bereits in wenigen Monaten Auslieferungen im Bereich von Hunderttausenden Einheiten pro Monat, mit einem Hochlauf auf Millionen-Ebene bis zum Jahresende.
Rasgon verweist zudem darauf, dass das im Rahmen der letzten Ergebnisvorlage genannte Auftragsvolumen von 73 Mrd. US‑Dollar inzwischen „deutlich höher“ liege. Das deutet auf anhaltend hohe Nachfrage hin, insbesondere aus dem KI-Infrastrukturgeschäft.
Kursverlauf und Bewertung
Die Aktie schloss am letzten Handelstag vor dem Martin-Luther-King-Feiertag bei 351,71 US‑Dollar, ein Tagesplus von 2,53 %. Auf Sicht von zwölf Monaten bewegte sich der Kurs zwischen 138,10 und 414,61 US‑Dollar. Das bisherige Allzeithoch lag bei 412,18 US‑Dollar und wurde am 10. Dezember 2025 erreicht.
Broadcom bringt es aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,67 Billionen US‑Dollar. Der durchschnittliche Analystenkonsens für das Kursziel liegt bei 468,16 US‑Dollar und signalisiert damit ein theoretisches Aufwärtspotenzial von etwa 33 % gegenüber dem letzten Schlusskurs.
Ausblick und nächste Termine
Der nächste größere Prüfstein steht bereits fest: Am 4. März wird Broadcom die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegen. Die Wall Street rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Umsatzplus von 51 % und einem Gewinn je Aktie von 10,14 US‑Dollar nach 6,82 US‑Dollar im Geschäftsjahr 2025.
Konsens ist, dass das KI-Geschäft dabei weiter im Mittelpunkt steht. Das maßgeschneiderte AI-Accelerator-Geschäft (ASIC) soll 2026 zur größten Sparte des Konzerns aufsteigen. Dank Kompetenzen bei 3D-Chipstapeln, 400G-SerDes-Technologie und eigener Substratfertigung gilt Broadcom als einer der zentralen Profiteure der hohen Investitionen der großen Cloud- und Internetkonzerne in KI-Infrastruktur.
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